Sport : Der Champions-League-Sieger von 1997 steht hilflos vor dem Niedergang (Kommentar)

Benedikt Voigt

Das Schöne ist doch, dass sich alles positiv sehen lässt. Dortmunds Manager Michael Meier gelingt es beispielsweise, der 1:3-Heimpleite gegen Bielefeld noch einen freundlichen Aspekt abzugewinnen. Meier sagte: "Jetzt hat man nicht mehr die Arroganz zu sagen, wir beschäftigen uns nicht mit den unteren Tabellenregionen." Tatsächlich empfiehlt sich jeder Dortmunder Verantwortliche, der bei sieben Punkten Vorsprung auf einen Abstiegsplatz noch an die Champions League denkt, für eine vorzeitige Entlassung.

Womit wir bei Bernd Krauss wären. Neun Spiele bestritt die Borussia mit ihm als Trainer, nie ging Krauss als Sieger vom Platz. Weil der neue Übungsleiter gegen Bielefeld aus disziplinarischen Gründen auf Sergej Barbarez und Victor Ikpeba verzichtete, kritisierte ihn nun sogar der Manager: "Seine disziplinarischen Maßnahmen haben nicht gegriffen. Also müssen wir uns fragen, ob sie richtig waren." Im Dortmunder Umfeld wird nun schon Bernd Stange als möglicher Nachfolger gehandelt. Ein erneuter Trainerwechsel wäre kurios, wenn man die Hartnäckigkeit bedenkt, mit der zuvor Michael Skibbe die Treue gehalten wurde. Ein Trainertausch würde nur die Hilflosigkeit widerspiegeln, mit der Präsident Gert Niebaum, Manager Michael Meier und Sportdirektor Michael Zorc dem Niedergang des Champions-League-Siegers von 1997 gegenüberstehen. Nein, die Schuldigen für die Misere sind nicht auf der Trainerposition zu finden. Dafür spricht auch folgendes: Wer dachte, mit Skibbe sei der Tiefpunkt erreicht, muss sich nun eines Besseren belehren lassen. Deuten Sie das mal positiv, Herr Skibbe.

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