Sport : Der Charme von Claviere

Benedikt Voigt

Schon vor diesen Spielen hat der Ort Claviere Berühmtheit erlangt. Hier ist Hannibal mit seinen Elefanten über die Alpen gezogen, später sollen auch Julius Cäsar und Napoleon den Weg über den in 1760 Metern Höhe gelegenen Moncenisio-Pass genommen haben. Nach über einer Woche Aufenthalt in Claviere fühlt der Olympia-Berichterstatter mit allen Reisenden, die nicht in einem beheizten Fahrzeug hierher gekommen sind. Besonders bemitleidet er Hannibals Elefanten, sie müssen sehr gefroren haben.

Claviere ist das Winterzentrum der Spiele. Was in Cesana als Regen vom Himmel fällt, verwandelt sich sieben Kilometer höher in Schnee. Deshalb hat es den kleinen Wintersportort am Sonntagabend besonders hart getroffen, als der Schnee in den Bergen Piemonts in dichten Schnüren vom Himmel fiel. Busse hatten Schneeketten auf den Reifen, um die Passhöhe zu erklimmen. Reisende mussten sich nach vorne setzen, um die vordere Antriebsachse zu belasten. In Claviere konnten die Fußgänger nur auf der Straße gehen, die Fußgängerwege waren zugeschneit. Der Olympia-Berichterstatter malte sich schon aus, den nächsten Tag im Hotel zu verbringen. Eingeschneit.

Am nächsten Morgen aber weckte ihn ein blauer Himmel. Die Sonne strahlte und beleuchtete die weiße Lieferung der Nacht. Traumhaftes Winterwetter lockte die Menschen ins Freie. Wer konnte, stellte sich mit Ski oder Snowboard an den Liften an. Vielleicht, vermutete der Olympia-Berichterstatter, hat es Hannibals Elefanten hier doch ganz gut gefallen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar