Sport : Der Coverboy

Der neue Spielmacher der Basketballer von Alba Berlin heißt William Avery

Benedikt Voigt

Berlin - Den wahrscheinlich größten Moment seiner Karriere hat William Avery bereits hinter sich. Am 15. März 1999 schmückte die Zeitschrift „Sports Illustrated“ ihre Titelseite mit einem Foto des Basketballers, der damals noch für die Duke University spielte. Eine Ausgabe des amerikanischen Sportmagazins wird von rund 23 Millionen Menschen gelesen. Eine ähnlich große Öffentlichkeit wird William Avery, 27, wohl nie mehr in seiner Karriere erreichen. Auch nicht bei seinem neuen Engagement bei Alba Berlin.

„Wir haben ihn schon länger beobachtet“, sagt der Geschäftsführer der Alba Berlin Basketballteam GmbH, Marco Baldi, „aber wir waren uns nicht sicher, ob er nicht eher ein Shooting Guard ist“. In der vergangenen Saison aber hat Avery bei Panionios Athen bewiesen, dass man ihm die Aufgabe als Aufbauspieler anvertrauen kann. „Er hat das erfolgreich und gut gemacht“, sagt Baldi. 17,5 Punkte hat William Avery zuletzt in Griechenland erzielt. In der Saison 2004/2005 bei Hapoel Jerusalem fiel er auch mit einer Freiwurfquote von 97,6 Prozent im Uleb-Cup auf. „Er ist ein ziemlich kompletter Spieler“, sagt Baldi. Der 1,88 Meter große Spielmacher wird in Berlin Hollis Price nachfolgen, der nach Sevilla gewechselt ist. Avery ist bereits der fünfte Zugang der Berliner, jetzt fehlen nur noch zwei neue Spieler für die Positionen Center und Power Forward. „Die Wahrscheinlichkeit ist nicht allzu groß, dass Sharrod Ford zurückkommt“, sagt Baldi.

Seine erfolgreichste Zeit hat der neue Berliner Spielmacher in Duke erlebt. Nach nur zwei Jahren verließ er die Universität, weil er sich Hoffnungen auf eine Karriere in der NBA machen konnte. Die Minnesota Timberwolves drafteten ihn an 14. Stelle, doch anschließend kam er in der besten Profiliga der Welt nie richtig zurecht. 2002 wechselte Avery nach Europa und spielte seitdem für sechs Vereine. „Er hat mit dem Thema NBA abgeschlossen“, sagt Baldi, „das ist ganz hilfreich für uns.“ Zuletzt hatte Alba die Amerikaner Price und Ford widerwillig in die Summerleague der NBA verabschiedet. Beide werden wohl nicht mehr zurückkehren.

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