Sport : Der Defibrillator

Der elektrische Lebensretter durfte Miklos Feher nicht helfen

Adelheid Müller-Lissner

Zu den großen Ungereimtheiten um den Tod des Fußballspielers Miklos Feher gehört der ausgebliebene Einsatz des Defibrillators. Ein Defibrillator kann durch Abgabe eines Stromschlags mit hoher Spannung eine irreguläre elektrische Aktivität der Herzkammern, das so genannte Kammerflimmern, in eine regelmäßige überführen. „Bei 90 Prozent aller Fälle des plötzlichen Herztodes ist die Ursache Kammerflimmern“, sagt Kardiologe Dr. Richard Stern. Die Herzdruckmassage kann zwar einen Minimalkreislauf aufrechterhalten, aber das Flimmern kann nur durch den Defibrillator beendet werden. Doch das Gerät wurde nicht eingesetzt. Erst hieß es, es sei kein Gerät da gewesen. Dann wurde berichtet, es sei vorhanden gewesen, aber bewusst nicht eingesetzt worden. Ein Mediziner vor Ort begründete dies mit dem starken Regen: „Er hätte bei Nässe wie ein Fön in der Badewanne gewirkt.“ Aber warum haben die Rettungskräfte Feher dann nicht unter eine Überdachung getragen? Stern sagt: „Es wäre unseriös, über die Verhältnisse vor Ort zu spekulieren.“ Er wisse schließlich nicht, welches Defibrillator-Modell vorhanden gewesen sei. Vorsichtsmaßnahmen müsse der Arzt oder Rettungssanitäter auf jeden Fall treffen. Gleichwohl sagt Stern: „Ich habe noch nie auf einen Defibrillator verzichten müssen, wenn ich ihn einsetzen wollte.“

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben