Der deutsche Kapitän : Ballack im Interview: "Ich habe mich nie abgeduckt"

Früher ist er hart dafür kritisiert worden, die Verantwortung zu scheuen. Heute läuft im Nationalteam alles bei ihm zusammen. Im Interview mit dem Tagesspiegel erklärt Michael Ballack, wie er den Sprung zum unangefochtenen Chef geschafft hat. " Das vollständige Interview lesen Sie heute hier ab 19 Uhr.

capitano Foto: AFP
Einer weiß den Weg. Michael Ballack ist der unumschränkte Chef auf dem Platz - das war nicht immer so.Foto: AFP

Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack hat vor dem Spiel gegen Kroatien seine Führungsrolle definiert. "Führen muss man wollen, lernen kann man das nicht", sagte er dem Tagesspiegel im Interview.  "Bei mir entwickelte sich das zuerst über die Leistung. Es geht darum, wie du auf dem Platz auftrittst, wie wichtig du für die Mannschaft bist", sagte Ballack. In seiner Entwicklung sieht Ballack sogar Parallelen zum französischen Superstar Zinedine Zidane. Hinweinwachsen in seine Rolle wollte er "in ruhiger Form. Zinedine Zidane war auch so ein Typ, der einfach auf Grund seiner Spielweise und Klasse für die Mannschaft der Anführer war. Ich habe mich jedenfalls nie abgeduckt".

Mit einer defensiveren Auslegung seiner Spielweise hält Ballack die deutsche Mannschaft für spielstärker: "Klar habe ich mich zurückgenommen, sonst würde ich etwas anderes spielen. Ich glaube aber, so sind wir besser", sagte Ballack dem Tagesspiegel. Zum FC Chelsea sei er bewusst gewechselt, um die Mannschaft zu führen: "Sonst hätte ich diese Herausforderung nicht gesucht. Ich bin ein Spieler, der auf dem Spielfeld den Anspruch hat, eine bestimmte Position zu spielen und diese auch dominant auszufüllen." Nach London zu wechseln war daher "wie eine Kampfansage an sich selbst und die Mannschaft dort".  Um diesen Kampf zu bestehen, reichten fußballerische Qualitäten nicht aus. "Da musst du auch Ellenbogen ausfahren und kannste nicht mit jedem Freund sein."

Das Amt des Bundestrainers hält Ballack für reizvoll: "Auf jeden Fall ist es ein Beruf, der sehr viel mit Führung zu tun hat und mit Entscheidungskompetenz. Aber: Noch ist selten jemand das geworden, der sich selbst ins Gespräch gebracht hat." (Tsp)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben