• Der Deutsche Leichtathletik-Verband hat dem Wechsel der Star-Läuferin bereits zugestimmt

Sport : Der Deutsche Leichtathletik-Verband hat dem Wechsel der Star-Läuferin bereits zugestimmt

Jörg Wenig

Hintergrund der Entscheidung ist sicher auch ihr Dopingfall, in dem sich Uta Pippig vom Verband ungerecht behandelt fühltJörg Wenig

Uta Pippig wird definitiv nicht mehr für den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) starten. Wie der Tagesspiegel erfuhr, hat sich die 34-jährige Langstreckenläuferin, die nach einem überhöhten Testosteronwert noch bis zum 23. April 2000 wegen Dopings gesperrt ist, bereits am 21. Oktober beim DLV abgemeldet. Die Berlinerin wird nach Ablauf der Sperre für die USA starten. Der US-Leichtathletik-Verband USATF hat Uta Pippig bereits aufgenommen und der DLV dem Wechsel zugestimmt. Damit kann die Läuferin von Ende April an bei allen internationalen Meisterschaften für die USA starten, jedoch noch nicht bei Olympischen Spielen. Dazu ist die Staatsbürgerschaft des jeweiligen Landes erforderlich.

"Es gab verschiedene Gründe für den Wechsel. Einer ist, dass ich schon seit 1992 hauptsächlich in den USA lebe und trainiere. Ich fühle mich dort sehr wohl", erklärte Uta Pippig, die in Boulder (Colorado) ein zweites Zuhause hat. Die Berlinerin will ihre Wohnung in Berlin behalten und bestehende Kontakte nicht aufgeben. "Ich werde viele tolle Erlebnisse in Deutschland nicht vergessen, beispielsweise den ersten Marathonlauf durch das Brandenburger Tor 1990. Und ich kann mir auch vorstellen, eines Tages bei Bahn- oder Straßenrennen wieder in Deutschland zu starten", sagte Uta Pippig, die jeweils dreimal den Berlin- und den Boston-Marathon gewann.

Bereits vor einem Jahr hatte Uta Pippig in Interviews geäußert, bei großen Veranstaltungen künftig nicht mehr für den DLV starten zu wollen. Hintergrund des Wechsels in Richtung USA zum jetzigen Zeitpunkt ist sicher auch ihr Dopingfall, in dem sich die Läuferin vom Verband ungerecht behandelt fühlt. Erst vor kurzem hatte Uta Pippig gesagt: "Ich bin total betroffen, wie mein Fall insgesamt behandelt wurde." Wegen eines überhöhten Testosteronwertes wurde die Läuferin den Regeln entsprechend für zwei Jahre gesperrt. Allerdings sind in den Augen ihrer Anwälte nach wie vor einige Begleitumstände dieses Falles höchst fragwürdig.

Erst vor zwei Tagen, also gut eineinhalb Jahre nach dem positiven Test und rund fünfeinhalb Monate nach dem Urteil der Dopingsperre, erhielten die Anwälte eine schriftliche Urteilsbegründung des DLV-Rechtsausschusses. Bereits zuvor hatte Uta Pippig erklärt, mit ihrem Fall vor das Schiedsgericht, der letzten Instanz der nationalen Sportgerichtsbarkeit, zu gehen.

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