Sport : Der Dichter auf dem Fußballplatz Kakà ist Europas Fußballer des Jahres

Paris/Hamburg - Wenn er so zurückhaltend spielen würde, wie er spricht, wäre er wohl kaum Europas Bester geworden. Nach seiner Wahl zu „Europas Fußballer des Jahres 2007“ nahm Kakà am Sonntag in Paris brav gescheitelt den „Goldenen Ball“ entgegen, dankte Gott und nannte die Krönung für sein herausragendes Jahr 2007 fast schüchtern „etwas Besonderes“. Doch auf dem Fußballplatz gibt sich der Brasilianer weit extrovertierter: Mit zehn Toren führte der 25 Jahre alte Mittelfeldspieler den AC Mailand praktisch im Alleingang zum Triumph in der Champions League. Deswegen erhielt er bei der Abstimmung unter Sportjournalisten 444 Punkte. Der Portugiese Cristiano Ronaldo (Manchester United/277) wurde Zweiter vor dem Argentinier Lionel Messi (Barcelona/255). Miroslav Klose, der einzige Deutsche unter den 50 Kandidaten, bekam keine Stimme.

Mit scheinbar müheloser Eleganz kombiniert Kakà auf dem Platz schönen mit zweckmäßigem Fußball und ist zudem auch torgefährlich. Vielleicht kann er das auch deshalb, weil er nicht der typische Junge aus den brasilianischen Favelas ist. Kakà ist belesen, hat Abitur, schreibt Gedichte und stammt aus einer bürgerlichen Familie. Kakà gilt nun auch bei der Wahl zum Weltfußballer als Favorit. dpa

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