Sport : Der Dickkopf hat recht

Matthias Sander macht Frankreichs blamierten Fußballern Hoffnung

Matthias Sander

Nun ist das Geschrei groß in Frankreich nach der Niederlage gegen Schottland. Das musste ja so kommen, ruft die Öffentlichkeit. Denn vor der Pleite in der EM-Qualifikation hatte sich der eigenwillige Trainer Raymond Domenech für ein seltenes 4-4-2-System entschieden. 90 Minuten lang berannten die Franzosen das Tor der Schotten. Die Bilanz: 72 Prozent zu 28 Prozent Ballbesitz, 26 zu 5 Torschüsse, 16 zu 3 Ecken. Aber 0 zu 1 Tore.

Domenech wird jetzt Dickköpfigkeit vorgeworfen. Denn das Hinspiel in Glasgow, das Schottland ebenfalls 1:0 gewann, ging auf die gleiche Art daneben. Zwischendurch mündete das 4-4-2-System auch im Freundschaftsspiel gegen Argentinien in eine Niederlage.

Kurioserweise ähnelt die Kritik in Frankreich an Domenech derjenigen vom Juni 2006. Damals – nach dem holprigen WM-Start mit Unentschieden gegen die Schweiz und Südkorea in der Vorrunde – geriet Domenechs 4-2-3-1-System ins Visier. Der Dickkopf auf der Trainerbank aber blieb stur. Und er behielt recht. Frankreich verlor erst im Elfmeterschießen im WM-Finale.

„Ich wüsste nicht, was wir anders machen sollten“, sagt Domenech nun nach der Niederlage gegen Schottland. Die Chancen stehen gut, dass er wieder recht behält. Mit drei Siegen in den verbleibenden Spielen wäre sein Team für die EM qualifiziert. Die letzten Gegner heißen: Färöer, Litauen, Ukraine. Und nicht wie bei der WM: Spanien, Brasilien, Portugal und Italien.

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