Sport : Der Dohaner

Benedikt Voigt

findet einen neuen Helden für das deutsche Tennis Früher besaßen Helden des deutschen Tennis eingängige Namen. Boris Becker oder Steffi Graf hießen sie, doch trotz dieser wenigen Silben erhielten sie auch noch Synonyme: der Leimener, die Brühlerin. Deutlich mehr Sinn macht diese Gepflogenheit jedoch, wenn man sich den Namen des aktuellen Retters für das deutsche Tennis ansieht. Er heißt Scheich Mohammad Bin Faleh Al-Thani, ist Präsident des katarischen Tennisverbandes und darf an dieser Stelle aus praktischen Gründen mit „der Dohaner“ abgekürzt werden.

Der Dohaner trägt gegenwärtig alle Hoffnungen des Deutschen Tennis Bundes (DTB). In der vergangenen Woche hat er erstmals das Damenturnier in Berlin veranstaltet, durchaus erfolgreich, sieht man von einigen Störmanövern aus den Reihen des örtlichen Tennisklubs ab. Nun soll er auch das gestern gestartete traditionell defizitäre Herrenturnier in Hamburg mit seinem Öl-Geld retten. Bis zu einer Million Euro, so stellt es sich Hamburgs Turnierdirektor Walter Knapper vor, solle der Dohaner künftig für das Turnier selber aufwenden oder von Sponsoren vermitteln. Damit wäre er endgültig zum wichtigsten Mann im deutschen Tennis aufgestiegen. Der DTB versucht deshalb verzweifelt, den Dohaner bei Laune zu halten. Doch der Verband sollte vorsichtig sein. Es ist trügerisch, alle Hoffnungen nur auf einen Mann oder eine Frau zu setzen, denn was passiert, wenn dieser oder diese sich zurückzieht? Die Folgen sollte der Deutsche Tennis Bund eigentlich aus der Zeit nach dem Abschied des Leimeners und der Brühlerin kennen.

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