Sport : Der Einflankengott

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Foto: dapd
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Es ist ein Neuanfang, doch es fühlt sich wie ein Ende an. David Odonkor hat einen Vertrag beim Zweitliga-Schlusslicht Alemannia Aachen unterschrieben. Der 27-Jährige will sich nach verlorenen Verletzungsjahren noch einmal im Profifußball beweisen. Beim spanischen Klub Betis Sevilla hatte der Außenstürmer keinen Vertrag mehr erhalten, war vereinslos und hielt sich zuletzt beim Fünftligisten Tus Dornberg fit.

Von außen betrachtet wirkt es wie der Niedergang eines WM-Helden. Dabei war Odonkor 2006 nicht mehr, aber auch nicht weniger gelungen als Oliver Neuvilles spätes 1:0 gegen Polen mit einem seiner wilden Flankenläufe vorzubereiten.

Nur fünf Jahre später wirkt der fußballerisch eindimensionale Sprinter wie ein Relikt aus einer anderen Zeit. An wenigen Positionen wird der positive Umbruch, den der deutsche Fußball vollzogen hat, so klar. Odonkor war 2006 wie 2008 berufen worden, weil es sonst keine schnellen Außenbahnspieler gab. Mittlerweile kämpfen mit Thomas Müller, Mario Götze und André Schürrle vielseitige und hoch begabte Spieler mit dem einstigen WM-Helden Lukas Podolski um die Stammplätze auf außen. Ihnen ist es zuzutrauen, durch viel mehr in Erinnerung zu bleiben als durch eine Flanke.

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