Sport : Der Einzug ins Halbfinale zeigt, wie es auch ohne Jörg Roßkopf geht

Dirk Schimmelpfennig spricht gern einmal etwas blumig. "Unser Team ist eine zarte Pflanze mit vielen Knospen, von denen sicher einige bald richtig blühen werden", bilanzierte der Herren-Bundestrainer den überzeugenden Einzug des offensichtlich nicht mehr nur aus Jörg Roßkopf bestehenden Tischtennis-Nationalteams ins Europaliga-Halbfinale. Durch den klaren 4:0-Erfolg gegen den ebenfalls zuvor schon als Semifinalist feststehenden WM-Sechsten Griechenland in Neuss erreichte Titelverteidiger Deutschland auch ohne den verletzten Roßkopf als ungeschlagener Gruppensieger die Vorschlussrunde.

Damit hat die Mannschaft des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB), die zuvor 4:0 gegen Italien und 4:2 in Belgien gewonnen hatte, in dem erstmals nur in einer Partie ausgetragenen Halbfinale gegen den EM-Zweiten Polen Heimrecht. Das zweite Semifinale bestreiten Österreich und die Griechen. "Die Basis in unserer Mannschaft ist breiter geworden: Wir haben inzwischen sieben Spieler, die wir jederzeit bringen können", hob Schimmelpfennig die wichtigste Erkenntnis der Saison hervor.

Tatsächlich holte der nur einmal eingesetzte Weltcupsieger Roßkopf, jahrelang praktisch Alleinunterhalter im DTTB-Team, von den zwölf Punkten lediglich einen Zähler. Dahinter übernahmen Spieler wie der Deutsche Meister Torben Wosik (Bad Honnef/drei Punkte) und Timo Boll (Gönnern/zwei) Verantwortung. Aber auch Talente wie der in Neuss gegen Griechenlands Weltklasse-Abwehrer Ntaniel Tsiokas erfolgreiche Zoltan Fejer-Konnert (Gönnern) oder Lars Hielscher (Jülich/je ein Punkt) bestanden ihre internationalen Bewährungsproben.

"Drei Siege mit drei verschiedenen Aufstellungen - das zeigt, dass unsere Breite ein gewisses Niveau erreicht hat", sagte Schimmelpfennig zufrieden mit Blick auf die EM 2000: "Wir haben noch sechs Monate Zeit. In Bremen wollen wir angreifen und eine Medaille mit der Mannschaft holen." Bei den EM-Turnieren 1996 in Bratislava und 1998 in Eindhoven war das DTTB-Team leer ausgegangen. Aus Sicht von DTTB-Vizepräsident Eberhard Schöler sind die Medaillenhoffnungen berechtigt: "Einen so souveränen Gruppensieg hätte ich nicht erwartet. Wir können zufrieden sein."

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