Sport : Der erste Etappensieg

Die Eisbären gewinnen im ersten Play-off-Halbfinale gegen Ingolstadt 6:3

Claus Vetter

Berlin. Den Fans der Eisbären war gestern wohl etwas pathetisch zumute. Vor dem ersten Halbfinalspiel der Berliner entrollten sie im Sportforum drei riesige Spruchbänder. „Unser Traum“ – so war auf dem ersten Transparent zu lesen, „euer Ziel“ stand auf dem zweiten geschrieben. Und schließlich wurde von den Anhängern eine überdimensionale Abbildung des Meisterpokals der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) entrollt. Das Original dürfen die Berliner noch nicht anfassen, aber immerhin schafften sie einen ersten Etappenerfolg auf dem Weg ins Finale. Die Eisbären besiegten vor 5000 Zuschauern den ERC Ingolstadt im ersten Spiel der nach dem Modus „Best of five“ gespielten Play-off-Serie 6:3 (3:1, 2:2, 1:0).

143 Sekunden waren gespielt, da war Ron Kennedy die Laune bereits verdorben. Der Trainer aus Ingolstadt nahm eine Auszeit, die Eisbären führten 2:0. Zunächst hatte Mark Beaufait getroffen, wenig später baute Florian Keller das Resultat aus. Vermutlich hat Kennedy seinem Team geraten, den Gegner fortan härter anzugehen. Denn nach den 30 Sekunden Pause wurde die Gangart der Bayern rauer. Daran lag es aber nicht, dass die Eisbären nunmehr in Bedrängnis gerieten. Bei Überzahl der Berliner ermöglichte ein Fehler von Aldridge den Bayern einen Konter, den Nikolaus Mondt zum Anschlusstor nutzte. Die Eisbären waren aber nicht irritiert, Yvon Corriveau traf zum 3:1, nachdem Torwart Jonas mit einem langen Pass einen Konter eingeleitet hatte. Kurz nach der Pause stand dann der Eisbären-Torhüter wieder im Mittelpunkt, diesmal aber als trauriger Hauptdarsteller. Ingolstadt kam binnen zwei Minuten durch Glen Goodall und Alexander Polaczek zum 3:3. Jonas gab jeweils eine unglückliche Figur ab. Eisbären- Trainer Pierre Pagé hat sein Team zuletzt oft dafür gelobt, dass es in kritischen Situationen nicht die Nerven verliert. So auch diesmal. David Roberts glückte das 4:3, wenig später schaffte Eisbären-Kapitän Ricard Persson mit einem Fernschuss das 5:3.

Das Geschehen beruhigte sich allerdings auch danach nicht. Nach einem Foul von Persson an Goodall entschied Schiedsrichter Gerhard Lichtnecker auf Penalty für Ingolstadt, den Sean Tallaire vergab. Doch nachdem Beaufait dann im letzten Drittel zum 6:3 getroffen hatte, stand der Sieger fest. Die Bayern resignierten. Von der vielgerühmten Ingolstädter Defensive war wenig zu sehen, auf der anderen Seite ging es auch im Berliner Drittel recht lax zur Sache. Die Eisbären waren vom Forechecking der Ingolstädter mitunter irritiert und ließen sich zu gewagten Pässen vor dem eigenen Tor verleiten – was allerdings ohne negative Folgen für sie blieb. Da die Berliner aber in der Offensive überzeugten, braucht ihnen vor der Reise nach Ingolstadt nicht bange zu sein. Am Sonntag müssen die Eisbären zum zweiten Spiel der Serie in Bayern antreten, und können mit einem zweiten Sieg dafür sorgen, dass sie ihrem Ziel und ihre Anhänger ihrem Traum von der Meisterschaft ein Stück näher kommen.

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