Sport : Der erste Sieg im achten Spiel

Eishockey: Deutschland schlägt Ungarn 4:3

Claus Vetter[Budapest]

Die Laszlo-Papp-Sportarena sieht von außen wie ein silbernes Raumschiff aus. Immerhin hebt sie das von der schmucklosen Umgebung des Budapester Messegeländes ab. Und im Innern ist der riesige Bau mit seinen grellroten Polstersitzen erstaunlich gemütlich. Für die Zuschauer jedenfalls. Für die deutschen Spieler waren die ersten Auftritte ungemütlich. Auch wenn sie bei Nachfrage fast alle antworteten, dass sie „gut ausgesehen“ hätten. Nur leider findet in Budapest keine Modenschau, sondern ein Eishockey-Turnier statt. Und da konnte die deutsche Nationalmannschaft an den Ergebnissen gegen die Slowakei (1:2) und gegen Kanada (1:4) keine Freude haben.

Zum Abschluss des Turniers kamen die Deutschen gestern immerhin noch zu einem Erfolgserlebnis, sie besiegten Ungarn 4:3 (0:1, 2:2, 2:0). Die Berliner Alexander Barta und Sven Felski sowie Marco Sturm (Ingolstadt) und Sebastian Furchner (Köln) schossen die Tore zum ersten Sieg unter Bundestrainer Greg Poss. Trotzdem, auch gegen den Außenseiter offenbarten die Deutschen Schwächen. Gerade 13 Tore haben sie in den acht Spielen unter Poss erzielt. Das Problem im deutschen Spiel ist somit eindeutig, sagt auch Stürmer Marco Sturm: „Wir treffen einfach nicht, auch wenn wir ganz ordentlich spielen, phasenweise sogar guten Gegnern überlegen sind.“ Das von Poss eingeführte Offensivsystem sei eben nicht einfach. Probleme damit hat auch Jochen Hecht. „Wenn ich auf dem Eis stehe, muss ich selber noch oft nachdenken, was ich als nächstes machen muss“, sagt der Stürmer aus Mannheim.

Allerdings sagt Hecht, es sei nur wichtig, was im Mai bei der Weltmeisterschaft passiert. „Bis dahin haben wir noch genug Zeit.“ Ein nicht unerhebliches Problem ist: In der Zusammensetzung wie in Ungarn werden die Deutschen vor der WM kaum noch etwas ausprobieren können: Die weiteren Vorbereitungsspiele fallen in die Zeit, in der in der Deutschen Eishockey-Liga die Play-offs laufen.

Greg Poss spricht zwar davon, dass sein Team die neue Spielweise beherzige. Doch spätestens, wenn die Deutschen bei der WM zum Auftakt gegen Kasachstan verlieren, wird der Bundestrainer umdenken müssen. Denn dann wird niemanden mehr interessieren, ob die Deutschen auf dem Eis gut ausgesehen haben.

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