Sport : Der erste Verlierer

Friedhard Teuffel

erklärt, wie Präsident Steinbach dem NOK schadet Wenn die olympischen Wettbewerbe in Athen laufen, macht der Wettbewerb zwischen den beiden deutschen Sportorganisationen eine kurze Pause. Es ist ein olympischer Frieden zwischen dem Deutschen Sportbund (DSB) und dem Nationalen Olympischen Komitee (NOK) bevor sie wieder um eine mögliche Fusion ringen. Das NOK wird sich bald wieder rechtfertigen müssen, was es eigentlich kann, was der DSB nicht könnte.

Seine Ausgangsposition hat das NOK aber gerade jetzt weiter verschlechtert. Dafür ist sein Präsident Klaus Steinbach verantwortlich. Der hat bei der Nominierung des Tennisspielers Florian Mayer erst das Internationale Olympische Komitee um Hilfe gebeten und dann so getan, als hätte sich das IOC in nationale Angelegenheiten eingemischt.

Die Fusionsdebatte zwischen NOK und DSB ist ohnehin nur auf den ersten Blick eine rein strukturelle. Es geht auch um Personen, und vor allem um die des NOK-Präsidenten. Seit seinem Amtsantritt im November 2002 hat sich Steinbach mehrmals ungeschickt angestellt. Bei Leipzigs Olympiabewerbung hat er nicht die Signale des IOC empfangen, dass das Beherbergungskonzept nicht glaubwürdig sei. Steinbach wollte außerdem mit dem NOK umziehen – weg aus Frankfurt, der Machtzentrale des Sports, nach Berlin, in die Machtzentrale der Politik. Er hat versucht, sich vom Deutschen Sportbund zu emanzipieren, doch der Umzug ist gescheitert. Jetzt hat sich Steinbach sogar im ureigenen Zuständigkeitsbereich des NOK Ärger eingehandelt: bei der Nominierung der Athleten.

Steinbach hat es bisher jedenfalls trotz einiger gut gemeinter Ansätze nicht geschafft, dem NOK zu mehr Selbständigkeit zu verhelfen. Wenn der DSB genügend Machthunger hat, könnte er das ausnutzen und sich das NOK als olympische Abteilung einverleiben.

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