Sport : Der etwas andere Abschied des Peter John Lee

SVEN GOLDMANN

Der Oldie geht, drei Schweden kommen zu den Eisbären / Drei Klubs buhlen um ZajankalaVON SVEN GOLDMANN BERLIN.Wer hört schon gern mit einer Niederlage auf? Der Mittwoch ist längst angebrochen, da findet Peter John Lee in den frühen Morgenstunden den Weg nach Hause von einer Abschiedsparty, die nach einer 1:3-Niederlage seiner Berliner Eisbären gegen die Kassel Huskies ganz anders ausgefallen ist als insgeheim geplant.Der K.o.im Halbfinale um die Deutsche Eishockey-Meisterschaft markiert das Ende einer bemerkenswerten Karriere.361 Tore hat er in 529 deutschen Erstligaspielen geschossen, 21 davon für die Eisbären, das letzte vor vier Wochen beim 6:3-Sieg in Rosenheim.Der Kanadier steht als Symbol für die sensationelle Saison der Ost-Berliner, die am Ende "nur zwei Siege vom Endspiel entfernt waren" (Trainer Ron Kennedy). Jetzt aber, mit 41 Jahren, mag Peter John Lee nicht mehr.Lange hat er den Zeitpunkt seines Abschieds hinausgezögert, am Ende einer kräftezehrenden Saison sind die Schritte immer kürzer geworden."Wir haben alles gegeben", sagt Lee."Aber Kassel war halt besser." Das soll sich ändern, wenn möglich schon in der kommenden Saison, mit einer Handvoll neuen Spielern und einem neuen Co-Trainer: Peter John Lee.Die neue Mannschaft steht, nachdem auch Verteidiger Chad Biafore seinen Vertrag verlängert hat.Im letzten Stadium befinden sich die Verhandlungen mit Thomas Steen."Wir sind nahe dran, ich gehe mal davon aus, daß ich bleiben werde", sagt der Schwede.Immerhin kann er in der kommenden Saison mit Mikael Wahlberg, Thomas Sjögren und Thomas Rhodin gleich drei neue Landsleute in Hohenschönhausen begrüßen. Allein vier auslaufende Verträge werden nicht verlängert.Kraig Nienhuis (Huskie-Trainer Brunner: "Der dürfte bei mir nicht mal die Koffer tragen") hat am Donnerstag mit Sicherheit zum letzten Mal für die Eisbären gespielt, Dirk Perschaus Abschied ist schon seit Monaten beschlossene Sache, und auch Jan Schertz wird sich wohl einen neuen Verein suchen müssen. Die frei werdenden Stellen sind längst besetzt.Lees Position als Außenstürmer nimmt Thomas Sjögren ein."Guter Mann, ich habe ihn früher mal gesehen, als er für Washington gespielt hat", sagt Thomas Steen.Zuletzt spielte Sjögren in der Suomi-Liiga bei JypHT Jyväskylä und hat sich dort einen Namen als Topscorer gemacht. Auch Sjögrens Landsmann Mikael Wahlberg hat in der vergangenen Saison sein Geld in Finnland verdient.Der Mittelstürmer wurde bei IFK Helsinki vor allem wegen seiner Qualitäten in der Defensivarbeit geschätzt.Dritter Schwede im Bunde ist Thomas Rhodin.Der Verteidiger steht zur Zeit mit Thomas Steens Stammklub Färjestads BK im schwedischen Meisterschaftsfinale gegen Lulea HF."Ein unglaublich guter Mann, so einen brauchen wir für unser Überzahlspiel", schwärmt Manager Lorenz Funk.Die Empfehlung kam von Verteidiger Leif Carlsson, der in Färjestad sieben Jahre lang mit Rhodin zusammengespielt hat. Als zusätzliche Verstärkungen sind zwei Kanadier im Gespräch.Rob Cowie hat Mitte der neunziger Jahre 78 Spiele in der National Hockey League für die Los Angeles Kings bestritten und von sich aus seine Dienste in Hohenschönhausen angeboten."Das wäre schon einer für uns", sagt Funk."Aber unsere finanziellen Vorstellungen liegen zur Zeit noch sehr weit auseinander." Angeblich verlangt der Verteidiger eine Gage von 170 000 Mark pro Saison. Anders sieht es bei George Zajankala aus.Der hochaufgeschossene Außenstürmer ist bei der Konkurrenz begehrt, seit er im November 1996 beim Deutschland Cup in Stuttgart zum erfolgreichsten Torschützen von Team Canada aufstieg und ganz nebenbei bekannt wurde, daß er einen deutschen Paß besitzt.Ende April wird er bei der Weltmeisterschaft in Finnland für das Team von Bundestrainer George Kingston stürmen.Neben Lorenz Funk verhandeln auch Mannheims Manager Marcus Kuhl und der Landshuter Max Fedra mit Zajankala.Die besten Karten scheint zur Zeit Landshut zu haben.Die Niederbayern haben mit Daryl Evans bereits einen Spieler von Team Canada verpflichtet, und Zajankala würde ihm wohl ganz gerne folgen.

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