Sport : Der ewige Hoeneß

Benedikt Voigt

begrüßt die Absicht des Bayern-Managers zum Weitermachen Was die Fußball-Bundesliga an Uli Hoeneß hat, durfte sie am vergangenen Samstag erneut erleben: Nach der Roten Karte für Lucio stürmte der Manager des FC Bayern zweimal protestierend und schimpfend in die Schiedsrichterkabine. Der Unparteiische schrieb über diesen Vorfall einen Bericht, nun ermittelt der Kontrollausschuss des DFB gegen Hoeneß. Dieser ist sich keiner Schuld bewusst. „Die Wortwahl war sicher zu laut, aber es war nichts dabei, was man anprangern kann.“

Eine „laute Wortwahl“, oder besser, laute und provozierende Worte gelten als Spezialität des Bayern-Managers. Freunde und Feinde zählen seine Sprüche zu den positiven beziehungsweise negativen Höhepunkten der Bundesliga. Da trifft es sich gut, dass Uli Hoeneß der Zeitschrift „Sport-Bild“ erzählt hat, er wolle über das Jahr 2006 hinaus beim FC Bayern auf seinem bisherigen Posten bleiben. Ursprünglich sollte er nach der WM den Aufsichtsratsvorsitz von Franz Beckenbauer übernehmen. Nun zwingen ihn Probleme um Mannschaft und Stadion zum Weitermachen. Das freut vielleicht nicht den DFB-Kontrollausschuss, beglückt aber alle anderen. Ein Uli Hoeneß am Spielfeldrand steigert den Unterhaltungswert der Liga. Die als Hoeneß’ Nachfolger gehandelten Oliver Bierhoff (weich gespült, diplomatisch) und Oliver Kahn (ungezügelt, aggressiv) bleiben den Fußballfreunden auf dem Managerposten des FC Bayern noch eine Weile erspart. „Ich muss weitermachen“, hat Uli Hoeneß erkannt, „und zwar unbegrenzt.“ Der Kontrollausschuss wird’s mit Schrecken hören.

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