Sport : Der Ex-DTSB-Vorsitzendem muss am 2. Mai vor Gericht

fmb

Jetzt steht der Termin des spektakulärsten Dopingprozesses fest: Nach Informationen des Tagesspiegel müssen Manfred Ewald, der frühere Vorsitzende des Deutschen Turn- und Sportbundes der DDR (DTSB), sowie Manfred Höppner, der stellvertretende Leiter des Sportmedizinischen Dienstes, am 2. Mai vor Gericht. Der Prozess wird vor dem Landgericht Moabit stattfinden. Ewald und Höppner wird "Beihilfe zur Körperverletzung an minderjährigen Schwimmerinnen in insgesamt 142 Fällen" vorgeworfen. Ewald gilt als einer der Drahtzieher des DDR-Dopings. Er saß in der Leistungsport-Kommission der SED, die am 23. Oktober 1974 den berüchtigten Staatsplan 14.25 beschloss - die Anordnung zum flächendeckenden Doping. Ewald bestreitet bis zum heutigen Tag, dass es in der DDR flächendeckendes Doping gegeben hat. Der frühere Sportarzt Höppner gilt als Chefdoper der DDR. Er hatte die sportmedizinische Gesamtverantwortung für die Abgabe von Dopingpillen, deren Dosierung und ihren Einsatz bei Minderjährigen. Er hatte als Inoffizieller Mitarbeiter "Technik" der Staatssicherheit die Doping-Praxis umfassend dokumentiert. In den letzten Wochen hatte es Gerüchte gegeben, die Beiden seien krank und könnten wegen Verhandlungsunfähigkeit vorerst nicht vor Gericht. Aufgrund der absoluten Verjährung im Oktober 2000 muss bis zu diesem Zeitpunkt ein erstinstanzliches Urteil gefällt sein, sonst kann man Ewald und Höppner strafrechtlich nicht mehr zur Verantwortung ziehen.

Zuletzt war der Chef-Verbandsarzt der DDR-Schwimmer, Lothar Kipke, zu 15 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden.

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