Sport : Der Fall Baumann: Sperre verlängert, Schumann geht kein Risiko ein

Jörg Wenig

Der Fall Baumann erhält von Tag zu Tag neue Dimensionen: Gestern verlängerte der internationale Leichtathletik-Verband IAAF die Dopingsperre Dieter Baumanns um gut ein Jahr bis zum 25. Februar 2003. Nach den Regeln beginnt eine Sperre von neuem, wenn ein Athlet zwischenzeitlich bei einem Wettkampf an den Start geht. Baumann hatte per Einstweiliger Verfügung seinen Start bei den Deutschen Hallenmeisterschaften erwirkt, international fehlt ihm jedoch das Startrecht. Bestätigt das Council der IAAF im Rahmen der Hallen-WM Ende nächster Woche Baumanns neue Zwei-Jahres-Sperre, könnte der 36-Jährige nicht wie erhofft bei den Europameisterschaften im nächsten Jahr in München starten.

Währenddessen wird Nils Schumann bei den Deutschen Crosslaufmeisterschaften am Sonnabend in Regensburg kein Risiko eingehen. Wie aus Kreisen seines Berliner Vereins LG Nike bekannt wurde, wird der 800-m-Olympiasieger sofort auf einen Start verzichten, wenn ein im Zuge des Baumann-Laufes von Dortmund gesperrter Läufer an den Start gehen wird. Nach dem jetzigen Stand wäre dann zu befürchten, dass es zu weiteren Pauschalsperren durch die IAAF kommt. In Gefahr sind regelkonform immer alle jene Athleten, die in einem Wettbewerb gegen einen gesperrten Sportler antreten.

Entsprechend hatte der Weltverband am Montag alle gegen Baumann in Dortmund angetretenen Athleten gesperrt. Einige von ihnen sind für die Crossmeisterschaften gemeldet, und der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) versucht zurzeit, eine Aussetzung dieser Sperre zu erreichen. Bleibt die IAAF aber hart, hat auch der am Sonntag im 3000-m-Rennen hinter Dieter Baumann zweitplatzierte Jan Fitschen (Wattenscheid) schlechte Karten. Er war vom DLV für die Hallen-WM nominiert worden und könnte dort nicht an den Start gehen. "Den Start juristisch auf internationaler Ebene zu erzwingen, wäre eine schwierige Sache", sagte der DLV-Vizepräsident Clemens Prokop gegenüber der Deutschen Presseagentur. Im Laufe dieser Woche werden Prokop und der DLV-Generalsekretär Frank Hensel deswegen mit der IAAF Gespräche führen.

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