DER FALL DES SC MAGDEBURG : Von der Spitze bis kurz vor die Pleite

„Vom April bis zum November haben wir über eine Million Euro zusammengeholt“, berichtet Holger Kaiser. Der Geschäftsführer des Handball-Erstligisten SC Magdeburg sieht darin die Grundlage, dass der Traditionsverein, der zu Saisonbeginn kurz vor der Insolvenz stand, „wieder in ruhiges Fahrwasser gelangt“. Dennoch sagt er: „Wir haben es noch nicht geschafft. Wir müssen für die kommende Saison unseren derzeitigen Etat, der etwa 3,4 Millionen Euro beträgt, deutlich erhöhen.“

Während für die wirtschaftliche Seite der 1. Dezember zu einem entscheidenden Datum wird, das nämlich ist die Frist für die Einreichung der Lizenzunterlagen, ist das einstige Spitzenteam im sportlichen Bereich mittlerweile auf den elften Rang in der Bundesliga zurückgefallen. Nach dem Rauswurf von Trainer Bogdan Wenta hat vorübergehend Helmut Kurrat dessen Aufgabe übernommen. Sehr vieles spricht dafür, dass Michael Biegler vom Wilhelmshavener HV der neue Coach wird. „Ich habe um die Auflösung meines Vertrages gebeten“, sagte Biegler. Laut „handball-world.com“ hat sein Verein nun auch Gesprächsbereitschaft signalisiert. Derzeit steht aber Helmut Kurrat, der von Stefan Kretzschmar und neuerdings auch vom 27-jährigen Christian Pöhler unterstützt wird, vor der Aufgabe, das Team wieder an die Spitze heranzuführen. Die beiden Heimspiele am heutigen Sonntag gegen Lübbecke und am Dienstag gegen die Rhein-Neckar-Löwen werden für ihn zum Wegweiser. Die beiden Polen Grzegorz Tkaczyk und Karol Bielecki, die nach der Saison zu den Neckar-Löwen wechseln werden, sind wieder einsatzfähig. Kurrat, der auch die Zweitligamannschaft trainiert, versucht derweil, mit vielen Einzelgesprächen und Rückbesinnung auf den Teamgeist erste Akzente zu setzen. Auch die Fans unterstützen ihn in der schwierigen Mission. „Das Team hat vor der Saison viele gute Spieler verloren, da war ein Leistungsabfall normal. Jetzt helfen keine radikalen Sprüche, keine Kleinkriege, nur die Unterstützung zählt“, sagt Andreas Wille, Chef des Fanklubs „Grün-Rot“. Die nur knapp abgewendete Insolvenz habe tiefe Spuren hinterlassen. Hartmut Moheit

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