Sport : Der feine Unterschied

Dem FC Bayern reicht eine starke Halbzeit beim 2:0 gegen den VfL Bochum

Daniel Pontzen

München. Natürlich klingt es ziemlich amüsant, wenn der Trainer des VfL Bochum sagt, „der Unterschied zwischen dem FC Bayern und dem VfL Bochum ist die Cleverness“. Man käme schnell auf einige weitere Ungleichheiten, genau genommen gibt es wenige Bundesliga-Vereine, die sich so wesensfremd sind wie die beiden gestrigen Gegner im Münchner Olympiastadion.

Aber so absurd klangen die Worte von Peter Neururer keineswegs, als er die Ursache des Münchner 2:0-Sieges über seinen VfL zu beschreiben suchte. Der Underdog aus Westfalen spielte fein mit, hatte in der zweiten Halbzeit sogar mehr Torchancen als der Meister, allerdings war das Match da längst entschieden. Nach Toren von Claudio Pizarro (20.) und Sebastian Deisler (26.) hatte das Spiel eine frühe Entscheidung zugunsten der Bayern erfahren. Kaum nennenswerte Höhepunkte folgten, zumal die eigentliche Attraktion, Roy Makaay, seine Rolle als neuer Unterhaltungschef im Münchner Sturm noch nicht ausfüllen konnte (siehe 90 Minuten mit).

Während sich die Aufmerksamkeit auf den niederländischen Neuzugang konzentrierte, spielten seine neuen Kollegen unbeschwert auf. Besonders Sebastian Deisler rückte von seiner angestammten Position im rechten Mittelfeld häufig in die Mitte, in der Spielgestalter Michael Ballack wegen einer Wadenverhärtung fehlte. Immer wieder riss der ehemalige Herthaner das Spiel an sich, setzte elegant seine Mitspieler ein und sorgte mit beinahe jeder Ballberührung für Überraschungsmomente. Besonders galt das für die 26. Minute, als er einen Freistoß aus knapp 30 Meter Entfernung in den Torwinkel schlug und damit für die frühe Vorentscheidung sorgte. Claudio Pizarro, der wie erwartet den Vorzug vor Stürmerkollege Giovane Elber erhalten hatte, hatte kurz zuvor die schönste Münchner Kombination per Abstauber zum Führungstor abgeschlossen.

„Wir haben den Gegner in der ersten Halbzeit total beherrscht“, urteilte Bayerns Trainer Ottmar Hitzfeld, doch auf dieses partielle Lob musste er sich beschränken. Nach der Pause sah er „ein sehr schlechtes Spiel“ seiner Mannschaft, es fehlten Linie und Ordnung. Die Gäste bemühten sich zunehmend um die Gestaltungshoheit im Mittelfeld und kamen zu einigen guten Gelegenheiten.

Die beste vergab Nationalspieler Paul Freier, als er den Ball aus kurzer Distanz an die Latte drosch. Wenn auch ohne Glück im Abschluss, bestimmten die Bochumer weite Strecken der zweiten Halbzeit.

Für Neururer war das keine Überraschung. „Ich kann ihnen schon heute eines garantieren“, hatte er tags zuvor angekündigt, seine Mannschaft werde sich gewiss nicht einigeln. Und: „Das Spiel wird nicht torlos ausgehen.“

Ärgerlich aus seiner Sicht, dass allein die Bayern für die Treffer sorgten. Am Sonnabend war das der entscheidende Unterschied zwischen Bayern und dem VfL.

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