Sport : Der FIS bricht mit den Traditionen und plant "Info-Pausen"

Die werbefreie Zeit bei Fernseh-Übertragungen vom Skispringen ist bald vorüber. Für den kommenden Winter kündigte der Weltskiverband FIS beim Forum Nordicum - dem jährlich stattfindenen Treffen der nordischen Skisport-Journalisten - in Oberhof die Einführung sogenannter Info-Pausen an. Sie sollen Mitte des ersten Durchgangs und nach jeweils zehn Springern im Finale eingeschoben werden. Damit soll Platz für Interviews oder Werbung geschaffen werden.

Vom 1. Januar an hat sich der Kölner Privatsender RTL die Übertragungsrechte für die deutschen Weltcup-Skispringen sowie die Skiflug-Weltmeisterschaften und weitere internationale Veranstaltungen gesichert. Durch die Werbung ist eine bessere Refinanzierung möglich.

Saisonhöhepunkt im kommenden Winter wird neben der Vierschanzen- Tournee die Skiflug-WM im norwegischen Vikersund sein. "Wir haben die Schanze umgebaut und rechnen mit Flügen bis auf 215 bis 220 Meter. Sogar ein neuer Weltrekord könnte möglich sein", kündigte der norwegische Organisationschef Morten Wold an. Insgesamt stehen im kommenden Winter 26 Weltcupspringen auf dem Programm, darunter erstmals drei Skifliegen. Beim Saison-Finale im slowenischen Planica gibt es als Welt-Premiere einen Mannschafts-Wettkampf im Skifliegen.

In Oberhof präsentierte auch die Allgäuer Ski-Metropole Oberstdorf ihre erneute WM-Bewerbung. Die Oberstdorfer waren 1998 mit ihrer Bewerbung um die Welttitelkämpfe 2003 gescheitert und wollen nun zwei Jahre später die Besten des Erdballs empfangen. "In den vergangenen Tagen war unsere Auswahl-Kommission sowohl in Oberstdorf, in Falun und im tschechischen Liberec. Demnächst legt sie ihre Beurteilung dem FIS-Vorstand vor, der beim Kongreß am 1. Juni kommenden Jahres in Melbourne die WM vergibt", erklärte FIS-Direktorin Sarah Lewis. Allerdings ist das Votum der Auswahl-Kommission für den FIS-Vorstand nicht bindend.

Im bevorstehenden Winter wird es bei den insgesamt 2039 FIS-Rennen wieder Neuigkeiten geben. So probieren die Nordisch Kombinierten in Reit im Winkl am 5. Januar erstmals einen Massenstart-Weltcup, bei dem erst gelaufen und anschließend gesprungen werden soll. Mit sechs Sprints im Langlauf ist die neue olympischen Disziplin gleich stark in der neuen Saison vertreten. Dabei wollen die Organisatoren den Langlauf in die Städte bringen. In Oslo soll auf der größten Einkaufsstraße gelaufen weden. In Stockholm wird das Rennen um den königlichen Palast führen. Das ist eine Entscheidung, die nicht ohne die adlige Zustimmung getroffen werden konnte. "Der König war bei der Besprechung dabei und hat grünes Licht gegeben", informierte der Schwede Bengt-Erik Bengtsson, der Leiter des nordischen Büros der FIS.

Zudem gab er bekannt, dass es für die Ausweitung des olympischen Programms um den Sprint der Kombinierer und die Langlauf-Sprintrennen der Männer und Frauen keine Aufstockung der Athletenzahl geben werde. "Die Höchstquote pro Land bleibt bei 28 nordischen Skisportlern, von denen maximal zehn Damen sein dürfen", erklärte Bengtsson.

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