Sport : Der Fluch der vier Buchstaben

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Wer auf ihn gesetzt hat, kann sich berechtigte Hoffnungen machen. Bei den Wettanbietern der Republik rangierte Bruno Labbadia vom VfB Stuttgart vor der Saison auf dem fünften Rang – unter der Kategorie „erste Trainerentlassung“. Wer auf ein vorvertragliches Ende des 46-Jährigen gewettet hat, der erhält im Fall des Falles zwölf Euro für einen – und die Chancen stehen nicht schlecht. Labbadias Rauswurf beim VfB scheint nach seiner Rede vom Sonntag eine Frage der Zeit zu sein.

Wer sich zu Schimpftiraden über den lokalen Blätterwald hinreißen lässt, der verlässt nicht nur den Trainingsplatz und damit sein eigentliches Aufgabengebiet, er offenbart gewisse Hilflosigkeit, zeigt Schwäche und liefert seinen Kritikern Futter – ob deren Kritik nun angebracht ist oder nicht. Meist ist er dann ein paar Tage oder Wochen später nicht mehr Trainer.

In den Archiven finden sich kultige Wutreden, die diese These stützen. 2007 stellte sich Klaus Augenthaler bei einer Pressekonferenz selbst die Fragen, die er ganz kurz und umso weniger knackig beantwortete. Neun Tage später trennte sich der VfL Wolfsburg von seinem damaligen Trainer, einvernehmlich, wie es in schönstem PR-Deutsch hieß. Knapp ein Jahr später verfiel Thomas Doll, seinerzeit Dortmunder Trainer, in schlimme Fäkal-Sprache. Eine Woche später? Willkommen in der PR-Welt: Doll habe seinen Rücktritt angeboten. Seitdem ward er nie mehr in relevanter Funktion gesehen, von ein paar Stammtischweißbierrunden im privaten Fernsehen mal abgesehen.

„Da lache ich mir den Arsch ab“, schimpfte Doll damals. Die Verwendung dieses Terminus’ war das letzte Indiz, wie es um Labbadias Zukunft in Stuttgart bestellt ist, er sagte am Ende eines langen, wirren Satzes: „Am Arsch geleckt!“ Beweisführung abgeschlossen.

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