Sport : Der Fluch des Alpenpokals

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Stefan Hermanns über schwere

Zeiten für Bayer Leverkusen

Gründe für den Niedergang lassen sich immer finden: keine Neuverpflichtungen, eine viel zu kurze Sommerpause, kaum Erholung und dann auch noch eine Verletzungsmisere ohnegleichen. So war es jedenfalls beim Vizemeister. Beim Vizemeister der Saison 1968/ 69. Im Sommer 69 sind die Aachener völlig ausgelaugt in die neue Saison gegangen, weil sie gleich nach ihrem überraschenden Erfolg noch beim „Alpenpokal“ spielen mussten. Wie die Geschichte weiterging? Alemannia Aachen ist abgestiegen. Als Vizemeister.

Irgendwie kommt einem das bekannt vor. Bayer Leverkusen, der Vizemeister der Saison 2001/02, hat auch gute Gründe für seinen Niedergang. Seltsamerweise sind es die gleichen, die vor 30 Jahren den Absturz von Alemannia Aachen zur Folge hatten. Die Neuverpflichtungen spielen keine Rolle (allenfalls eine unerfreuliche), die Sommerpause war zu kurz, weil viele BayerAngestellte im Sommer noch bei der WM mitwirken mussten, und seit Saisonbeginn wird die Mannschaft von einer Verletzungsmisere ohnegleichen heimgesucht. Am Sonntag hat es Jens Nowotny getroffen – in seinem ersten Spiel nach neun Monaten Verletzungspause.

Es wird nicht lange dauern, bis die Leverkusener merken, dass der Kreuzbandriss in Nowotnys rechtem Knie den Verein viel härter trifft als das 0:3 gegen Cottbus. Dies liegt nicht nur am – manchmal unterschätzten – spielerischen Wert des Abwehrchefs; es ist vor allem der moralische Rückschlag, den die Mannschaft jetzt verkraften muss. Die Rückkehr des lange verletzten Nowotny galt als Symbol der Hoffnung. Er sollte der Stabilisator werden für ein labiles Team. Dass die Mannschaft sich jetzt selbst helfen muss, ist nach den Erfahrungen der Hinrunde nicht gerade ein ermutigender Umstand.

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