Sport : Der Fluch des Meisters

BHC verliert und plant die neue Hockey-Saison

Christian Tretbar

Berlin - Die Niederlage des Berliner HC im Halbfinale der Deutschen Feldhockeymeisterschaften in Mönchengladbach hat auch etwas Gutes. Zumindest dann, wenn man der Logik des Teammanagers Horst Buhr folgt. Der sprach nach dem 1:3 seiner Hockeyfrauen gegen die Spielerinnen des Rüsselsheimer RK am Sonnabend von einem „Fluch des Ligameisters“. Schließlich schied auch der Deutsche Meister bei den Männern, der Crefelder HTC, im Halbfinale durch eine 3:4-Niederlage gegen den UHC Hamburg aus. Diesen Fluch sind die Berlinerinnen in der nächsten Saison jetzt auf jeden Fall los.

Trotzdem müssen sie die unerwartete Niederlage gegen die Hessinnen erst einmal verdauen. „Diese Niederlage nach so einer super Saison ist sehr ärgerlich“, sagte Buhr. Allerdings seien die Spielerinnen selbst Schuld an der verpassten Saison-Krönung. „Wir haben sehr lethargisch gespielt, ohne Einsatzbereitschaft, das ist mir völlig unverständlich“, sagte der Teammanager. Knackpunkt waren die Rüsselsheimer Tore 75 Sekunden vor der Halbzeit und 50 Sekunden danach. In der 62. Minute erhöhte Rüsselsheim auf 3:0 und Janina Totzke konnte nur noch den Berliner Ehrentreffer erzielen. Dabei hatten die BHC-Frauen durchaus Chancen in der ersten Halbzeit selbst in Führung zu gehen, aber die Rüsselsheimer Torhüterin Barbara Vogel parierte jedes mal sehr gut. Ein ärgerlicher Umstand für den BHC, beweist er aber doch auch, dass Vogel, die in der kommenden Saison beim BHC spielen wird, eine echte Verstärkung sein könnte.

Trotz der Niederlage blieb die Mannschaft noch zusammen und verfolgte am Sonntag das Finale in Mönchengladbach, in dem sich Rot-Weiß Köln gegen Rüsselsheim mit 2:1 durchsetzte und somit zum dritten Mal Deutscher Feldhockeymeister wurde. Buhr plant unterdessen bereits für die neue Saison und hofft, dass die Mannschaft weitestgehend zusammenbleibt. Einzig Fanny Rinne scheint vor einem Wechsel nach Holland zu stehen. „Es ist aber noch nicht ganz sicher“, sagte der Teammanager. Am 31. Juli läuft die Wechselfrist aus, „und bis dahin wird sich vielleicht noch eine Kleinigkeit für uns ergeben“, sagte Buhr. Für die Nationalspielerinnen des BHC steht nun die Vorbereitung auf die Europameisterschaft im August in Manchester an. Danach können auch sie sich erholen – von der Saison und dem Meisterfluch. Christian Tretbar

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