Sport : Der Friede von Hamburg

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Hamburg (dpa). Werner Hackmann hat im Machtkampf beim Fußball-Bundesligisten Hamburger SV eine Niederlage eingesteckt. Nach einer Woche der Auseinandersetzungen mit Aufsichtsratschef Udo Bandow stand zwar ein Burgfrieden. Doch für eine weitere Amtszeit des 55-jährigen Vorstandsvorsitzenden über den 30. Juni 2003 hinaus gibt es keine Mehrheit im Aufsichtsrat. Das teilte ihm Bandow am Freitag in einem persönlichen Gespräch mit. „Ich werde meine Pflicht erfüllen“, sagte Hackmann danach. So werde er auch sein Amt als Vorsitzender der Deutschen Fußball Liga (DFL) bis zum 30. Dezember 2003 ausüben. Keine Einwände äußerte der Vorstandsvorsitzende gegen die Verpflichtung von Dietmar Beiersdorfer als neuem Sportdirektor.

Bei dem Gespräch im Hause von Ex-HSV-Präsident Horst Becker zog Hackmann einen Schlussstrich unter den Führungsstreit mit Bandow. Angefangen hatten die Differenzen, als der Aufsichtsrat in der Sommerpause entschied, den bis zum 28. Januar 2003 datierten Vertrag von Sportdirektor Holger Hieronymus nicht zu verlängern. Hackmann hatte seine Zukunft beim HSV mit der seines engsten Mitarbeiters verbunden. Als der Aufsichtsrat vergangene Woche ohne Hackmanns Wissen in Verhandlungen mit Beiersdorfer trat, war für den ehemaligen SPD-Innensenator anscheinend das Maß voll. Er kündigte eine Erklärung an, ein Rückzug wurde immer wahrscheinlicher. Parallel machten einige HSV-Mitglieder Stimmung gegen Udo Bandow. Doch der 70-Jährige schloss einen Rücktritt aus, die Stimmung im Aufsichtsrat wendete sich immer mehr gegen Hackmann.

Der Liga-Präsident will offenbar die mit etwa 500 000 Euro jährlich dotierte Position nicht ohne weiteres aufgeben. Hackmann wird zu Gute gehalten, dass er das Stadionprojekt realisiert und mit den Unternehmen AOL und Sportfive (ehemals Ufa) Millionen-Verträge abgeschlossen hat. Andererseits wird ihm Eigenmächtigkeit vorgeworfen. Die Stimmungslage im HSV wird im Herbst bei einer Mitgliederversammlung deutlich werden. Für den weiteren Gang der Dinge beim HSV wird mitentscheidend sein, wie erfolgreich die Bundesliga-Mannschaft nach zwei Jahren Abstiegskampf ist.

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