Sport : Der Friede von Köln

Benedikt Voigt

Manche Probleme lösen sich von selbst, wie der Fußballsport beweist. Dort hatten sich der türkische Nationalspieler Özalan Alpay und der Schweizer Nationalspieler Marco Streller gestritten. Sogar heftig. Der eine trat nach dem anderen, der andere beging eine Tätlichkeit, ach, es war alles eine unschöne Geschichte. Der Fußball-Weltverband untersucht immer noch die Vorfälle vom 16. November 2005, doch was machen derweil die Kontrahenten? Sie planen eine Wohngemeinschaft.

Und das kommt so: Der 1.FC Köln, bei dem Alpay spielt, hat in der Winterpause einfach Marco Streller vom VfB Stuttgart verpflichtet. Ungeachtet privater Streitigkeiten, es gehe allein darum, sich für den Kampf gegen den Abstieg zu stärken. Und jetzt, da sie das gleiche Trikot tragen, haben sich beide plötzlich wieder lieb. „Nun haben wir eine gemeinsame Mission“, sagte Streller und versöhnte sich gestern mit dem türkischen Nationalspieler. Öffentlichkeitswirksam schüttelten sie die Hände. Alpay hat sogar angeboten, mit Streller während des Trainingslagers ein Zimmer zu teilen.

Das macht Hoffnung für andere prominente Streitfälle. Kann der 1. FC Köln nicht auch Dieter Bohlen und Thomas Anders kaufen? Boris Becker und Michael Stich? Marcel Reich-Ranicki und Martin Walser? Allerdings, zu viel Friedenskraft sollte man sich vom Fußball auch nicht erwarten. Streller hat das Angebot mit dem gemeinsamen Zimmer vorerst ausgeschlagen.

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