Sport : „Der frühere Erfolg war Zufall“ Anke Huber über die Krise

des deutschen Damentennis

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In Filderstadt stehen zwei Belgierinnen im Viertelfinale, die sich gerade um die Nummer eins der Weltrangliste streiten. Was ist mit dem belgischen Tennis passiert?

Jahrelang gab es da keine WeltklasseSpielerin. Jetzt sind es mit Kim Clijsters und Justine Henin-Hardenne gleich zwei.

In Deutschland ist es umgekehrt.

Die goldenen Jahre mit Steffi Graf und mir oder bei den Herren mit Boris Becker und Michael Stich sind vorbei. Man sollte aber die momentane Durststrecke nicht überbewerten.

Welche Gründe hatte die Hochphase?

Der jahrelange Erfolg des deutschen Tennis war sicher nicht geplant, er war auch Zufall.

Hat der Deutsche Tennis Bund in den erfolgreichen Jahren Fehler gemacht?

Der Verband hat es damals versäumt, etwas für den Nachwuchs zu tun. Das Geld war da, die Aufmerksamkeit allerdings nicht groß genug.

Wie bewerten Sie die Nachwuchsarbeit des Deutschen Tennis Bundes momentan?

Heute ist es eher umgekehrt. Der Verband hat wenig Geld, dennoch gibt er sich viel Mühe.

Welche Deutsche hat die größten Chancen in der Zukunft?

Das ist sicherlich Anna-Lena Grönefeld, sie ist erst achtzehn Jahre alt und hat viel Potenzial. Im Frühjar dieses Jahres hat sie die French Open in Paris bei den Juniorinnen gewonnen.

Wann gewinnt sie ihr erstes Grand-Slam-Turnier im Profi-Feld?

Darüber sollte man noch nicht reden. Ihr Nahziel müssen die Top 50 sein.

Und der jüngere Nachwuchs, ist da schon eine zukünftige Weltklasse-Spielerin in Sicht?

Es gibt einige Juniorinnen, auch wenn ich mich in dem Bereich nicht so auskenne. Es ist zu früh, bei Dreizehn- oder Vierzehnjährigen ein Urteil über die Zukunft abzugeben.

Das Gespräch führte Christopher Lück.

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