Sport : Der Frust als Stammgast

Duisburg kann nicht mehr siegen – 1:1 gegen Rostock

Richard Leipold

Duisburg - Ein kleiner Fortschritt war durchaus zu sehen beim MSV Duisburg. Anders als in den beiden Heimspielen zuvor gegen Dortmund und Stuttgart überstand der MSV die Nachspielzeit beim 1:1 gegen Hansa Rostock ohne Gegentor – und verließ den letzten Tabellenplatz der Fußball-Bundesliga. Das war aber auch schon alles. „Wir sind alle sehr enttäuscht“, sagte MSV-Trainer Rudi Bommer. „Die Mannschaft hat über weite Strecken Nerven gezeigt.“ So reichte es nicht einmal gegen einen Abstiegskandidaten zu drei Punkten, der nach Einschätzung seines Trainers nach der Pause in der Defensive spielte wie eine bessere Juniorenmannschaft. „Ich hatte teilweise den Eindruck, dass hier unsere B-Jugend am Werk war“, sagte Frank Pagelsdorf.

Die Duisburger hatten forsch begonnen. Die erste Minute war noch nicht vorüber, da deutete Schiedsrichter Markus Merk schon Richtung Elfmeterpunkt. Doch die Einheimischen freuten sich zu früh. Der zuständige Assistent wies den Unparteiischen darauf hin, dass der Tatort bei Gledsons Foul an Niculescu knapp außerhalb des Strafraumes gelegen habe – und Merk korrigierte das Strafmaß auf Freistoß. Während die Rostocker in dieser Situation noch mit dem Schrecken davonkamen, mussten sie beim zweiten gefährlichen Vorstoß der Heimelf einen Treffer hinnehmen. Diesmal nutzte MSV-Kapitän Iviac Grlic einen Freistoß zum Führungstreffer.

Die Hanseaten indes ließen sich nicht verunsichern von einer Mannschaft, die schon acht Heimspiele verloren hatte. Sie trugen dazu dabei, dass die Partie zwischen zwei Abstiegskandidaten eine halbe Stunde lang mehr hielt, als der Tabellenstand versprochen hatte. Sogar Victor Agali, der chronisch erfolglose Stürmer, hatte einen lichten Moment – und nutzte Beinlichs feine Vorarbeit zum Ausgleich. Nach seiner Rückkehr zu Hansa war es für Agali das erste Bundesligator – im 18. Spiel. „Es war eine schwierige Zeit für mich, aber der Trainer, die Mannschaft und Fans haben mitgeholfen“, sage Agali.

Je länger die Partie dauerte, desto mehr näherte sie sich dem zu erwartenden Niveau. Dennoch hätten weitere Tore fallen können. Der MSV steigerte sich nach der Pause, vergab aber vier gute Chancen, den Siegtreffer zu erzielen. Die MSV-Fans kommentierten den geringen Ertrag mit Pfiffen – und mit „Bommer-raus“-Rufen. Der Trainer reagierte gelassen: „Das ist eine ganz normale Situation für mich, wenn die Mannschaft nicht so spielt, wie die Fans sich das vorstellen.“ Richard Leipold

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