Sport : Der Gegner glänzt

Alba unterliegt im Uleb-Cup Jerusalem 77:92

Helen Ruwald

Berlin – Zuschauer wie Spieler warteten nur noch auf die Schlusssirene des am Ende nur noch frustrierenden Auftritts gegen Hapoel Jerusalem. Der bisherige Tabellenletzte der Gruppe C, der mit 13 Dreipunktewürfen glänzte, hatte die Basketballer von Alba Berlin ausgespielt und siegte gestern Abend in der Max-Schmeling-Halle 92:77 (36:34). Hapoel galt vor Saisonbeginn des Uleb-Cups eigentlich als Gruppenfavorit. Gestern spielten die Jerusalemer zum ersten Mal so, wie es von ihnen erwartet worden war.

Alba hat es dagegen verpasst, im einen großen Schritt Richtung Achtelfinale zu tun. Für die Gastgeber war es vor 5037 Zuschauern im fünften Spiel die dritte Niederlage. Topscorer war Jerusalems Timothy Bowers mit 23 Punkten, beste Werfer bei Alba waren Sharrod Ford (18) und Chris Owens (15). „Die Niederlage schmerzt sehr, aber Jerusalem hat unter Druck sehr gut gespielt“, sagte Trainer Henrik Rödl.

Die Berliner, ohne den kranken Nenad Canak angetreten, erlebten in der ersten Halbzeit ein Auf und Ab der Gefühle. Bis zum 8:9 nach sieben Minuten hatte bei beiden Teams die Defensive dominiert. Als Rödl dann Demond Greene, Ruben Boumtje Boumtje und Nicolai Simon aufs Feld schickte, kam Schwung ins Spiel. Erst versenkte Spielmacher William Avery den Ball nach einem Spurt fast übers ganze Feld zum 10:9 im Korb. Dann traf der 19 Jahre alte Nicolai Simon, der sich gut einfügte, sogar einen Dreipunktewurf. Zu Beginn des zweiten Viertels stand erneut fast die gesamte zweite Fünf auf dem Feld. In der Vergangenheit bekam Alba in diesen Phasen teilweise Probleme, gestern jedoch bauten die Berliner ihre Führung auf 25:17 aus. Doch es war längst nichts gewonnen. Zwiener und Boumtje Boumtje vergaben drei von vier Freiwürfen, Hapoel sah plötzlich seine Chance und Alba musste eine 4:13-Serie zum 29:30 hinnehmen. Jerusalems Center Mario Austin, in der Vorsaison als wertvollster Spieler des Uleb-Cups geehrt, steuerte sieben Punkte bei, zur Pause hatte er schon 12 gemacht.

In der zweiten Halbzeit geriet Alba sofort weiter in Rückstand, schnell hieß es 36:43. In einer immer hitziger werdenden Atmosphäre kämpften sich die Berliner zurück ins Spiel, doch immer, wenn sie sich dem Ausgleich näherten, traf Hapoel aus der Distanz. 13 von 17 Distanzwürfen fanden den Weg in den Korb, bei Alba nur sieben von 21. Mit zwei Dreiern in Folge stellte Hapoel auch die klare Führung nach dem dritten Viertel sicher (66:57).

Im Schlussabschnitt wuchs Albas Rückstand auf 17 Zähler. Vorne trafen sie nicht, hinten hatten sie den Angriffen nichts mehr entgegenzusetzen und ließen scheinbar völlig entmutigt viele einfache Körbe zu. Lange Zeit zum Grübeln hat Alba nicht, schon am Samstag ist im Bundesliga-Spitzenspiel Bamberg zu Gast in der Schmeling-Halle.

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