DER GEWINNER : Marko Marin

Zusammen mit Oliver Neuville saß Marko Marin in der Kabine des Gladbacher Borussia-Parks und sah zu, wie er im Fernsehen als einer der 26 potenziellen EM-Fahrer verkündet wurde. „Ich kann es kaum fassen, i ch bin überglücklich“, sagte Marin nach der Übertragung von der Zugspitze. Dass sein Name genannt wurde, war für ihn jedoch keine Überraschung. Schon nach dem morgendlichen Training hatte Sportdirektor Christian Ziege ihm gesagt, dass er dabei sei. Um 11.45 Uhr klingelte dann sein Mobiltelefon, am anderen Ende war Joachim Löw. „Er hat mir nur kurz gesagt, dass ich dabei bin. Den Rest wollen wir im Trainingslager auf Mallorca besprechen“, sagte Marin. Dabei deutete seine bisherige Karriere kaum auf eine EM-Teilnahme hin: Noch nie hat er in der A-Mannschaft gespielt, erst wenige Spiele in der U-21-Auswahl bestritten. Viermal spielte er in der Bundesliga in Borussias Abstiegssaison, nun machte er 30 Spiele in der Zweiten Liga. Ausschlaggebend für Löw war seine Spielweise. „Marko ist ein außergewöhnlicher Spieler“, sagt sein Gladbacher Teamkamerad Sascha Rösler. „Einen, den es sonst in Deutschland nicht gibt.“ Wenn Marin ein Tempodribbling ansetzt, ist er kaum zu stoppen. Nach dem Ausfall von Bernd Schneider fehlte so ein trickreicher und technisch außergewöhnlicher Spieler. Im ersten Teil der Aufstiegs-Saison hatte Gladbachs Trainer Jos Luhukay den 19-jährigen Marin immer wieder geschont, gerade nach guten Spielen des gerade mal 1,68 Meter großen Feintechnikers. Zuweilen hatte er Marin auch mangelnde Effektivität vorgeworfen. In der Rückrunde jedoch spielte Marin, der in Bosnien geboren wurde, groß auf: Drei Tore erzielte er, seine Dribblings setzte er jetzt effizienter ein. „Das ist für uns alle ein tolles Ding“, sagt Christian Ziege. Marin ist ein echter Gladbacher aus dem klubeigenen Internat, mit Oliver Neuville könnte ein zweiter Borusse zur Europameisterschaft fahren. Ein wenig verlegen wirkt Marko Marin noch, er kann sein Glück schwer begreifen: Gerade erst konnte er mit Borussia Mönchengladbach den Aufstieg in die Bundesliga feiern. Und dann kam der Anruf von Joachim Löw. Hannes Kürmann

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