Sport : Der Halt ist zurück

Nach privaten Querelen und gesundheitlichen Problemen ist Münchens Nationaltorwart Oliver Kahn auf dem Weg zu alter Stärke

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München (Tsp). Vermutlich wird es Oliver Kahn geahnt haben, dass er es bei der aktuellen Wahl zum Weltfußballer des Jahres nicht ganz nach vorn schaffen würde. Der Torwart des FC Bayern München hatte in den vergangenen Monaten vornehmlich für Aufsehen außerhalb des Rasens gesorgt. Seine sportliche Leistung litt darunter, Bayern kassierte so viele Gegentore wie noch nie. Schließlich landete Kahn bei der Weltwahl auf Platz 13.

Nach Monaten mit vielen privaten Querelen und gesundheitlichen Problemen ist Oliver Kahn wieder auf dem Weg zu alter Stärke. Zuletzt lieferte er beim 1:0Erfolg der Bayern über den VfB Stuttgart eine überragende Vorstellung ab. „Er hat es geschafft, diese privaten Probleme und die Medienprobleme, die sich daraus ergeben haben, zu kappen. Er hat sein Leben verändert. Er wird jetzt nicht mehr mit der Zigarette und dem Long Drink in der Öffentlichkeit gesehen“, sagte Manager Uli Hoeneß der „SZ“. Das Münchner Boulevard-Blatt „tz“ feierte den 34-jährigen Torhüter vor dem Bundesligaspiel gegen den SC Freiburg (bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht beendet) mit den Worten: „Der Kahnsinn ist zurück.“

Nach Freiburg war Kahn mit besonderer Motivation gereist. Unvergessen ist das Spiel aus dem April 2000, als der Torwart während des Spiels durch einen Golfball-Wurf von den Rängen an der Schläfe verletzt wurde. Durch den Sieg, den der FC Bayern damals vor allem Kahn zu verdanken hatte, übernahmen die Münchner die Tabellenführung und wurden später Deutscher Meister.

Oliver Kahn wird langsam auch wieder seiner Rolle als Mannschaftskapitän gerecht. Knackpunkt war laut Manager Hoeneß das verlorene Spiel gegen Lyon. „Früher hätte er rumgetobt. Jetzt hat er gesagt: Ruhe, wir schaffen das. Da hatte er festgestellt, dass die Mannschaft das Toben nicht verträgt und dass er konstruktiv arbeiten muss.“ So habe sich Kahn wieder seinen Mitspielern etwas genähert. Durch seine Eskapaden hatte er sich im Mannschaftskreis einige Sympathien verscherzt. Zuletzt relativierte Kahn auch seine Kritik „Wir brauchen Eier“, die seinen Mitspielern sehr auf die Nerven ging.

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