Sport : Der harmlose Favorit

Borussia Dortmund müht sich zu einem 2:2 in Freiburg

Christoph Kieslich

Freiburg. Immerhin in einem herrschte Einigkeit zwischen den Akteuren des SC Freiburg und Borussia Dortmund: Es war eine bemerkenswert gute Bundesligapartie. Doch schon bei der Einordnung des 2:2 (1:1)-Unentschieden im mit 25 000 Zuschauern ausverkauften Dreisamstadion gingen die Meinungen auseinander. „Ein Ergebnis, mit dem wir leben können“, sagte Trainer Volker Finke, wohingegen sein Kollege Matthias Sammer fand: „Die Punkteteilung ist zu wenig für uns.“

Nach der ersten Halbzeit hätte Sammer nicht viele Anhänger dieser These gefunden. Die Freiburger waren engagiert ins Spiel gekommen und bereiteten den Gästen mit ihrem variablen Offensivspiel einige Probleme. Die spielerischen Bemühungen der Dortmunder hingegen liefen oft ins Leere. Was zunächst nicht verwunderte: Sammer hatte den gelbgesperrten Nationalspieler Wörns in der Innenverteidigung ersetzen müssen und auf Jan Koller verzichtet.

Diese taktische Maßnahme verblüffte sogar einen Altgedienten wie Lars Ricken. „Ich kann mich gar nicht daran erinnern, wann wir mal ohne Koller angefangen haben.“ Stattdessen bekam im Angriff Ewerthon den jungen Gambino und Odonkor an die Seite gestellt. „Manchmal passt es, manchmal nicht“, sagte Sammer, „die Jungen haben geackert, und wir nehmen viele positive Ansätze mit nach Hause.“

Die erste Halbzeit sprach nicht für die Dortmunder. Eine Flanke von Cairo köpfte Roda Antar in der 17. Minute zum Freiburger 1:0 ein. Es war das sechste Tor im zehnten Spiel des Libanesen. Danach hatte Volker Finke die Kontersituation, die er sich gewünscht hatte, doch seine Mannschaft setzte nicht entschlossen genug nach.

Die beiden Dortmunder Treffer entsprangen zwei Freistößen. Bei Standardsituationen tun sich die Freiburger Verteidiger in dieser Saison besonders schwer. Erst köpfte Dortmunds Kapitän Dede mit dem Pausenpfiff aus kurzer Distanz den Ausgleich, in der 59. Minute überwandt Freiburgs Lars Hermel seinen eigenen Schlußmann mit einer unglücklichen Kopfballabwehr. In einer nun völlig offenen Partie wertete schließlich Schiedsrichter Franz-Xaver Wack den Körpereinsatz von Guy Demel an Alexander Iaschwili als elfmeterreif. „Eine Frechheit“, sagte Sammer. Levan Tschkitischwili jedenfalls ließ sich nicht beeindrucken und verwandelte mit einem präzisen Schuss.

Am Ende fühlten sich beide Teams für ihre Bemühungen um konstruktiven Fußball belohnt. Aber während die Dortmunder gemessen an ihren Ansprüchen ein 2:2 in Freiburg als verlorene Zähler empfinden, bewahrte sich der Sport-Club seinen Fünf-Punkte-Abstand zu den Abstiegsplätzen. Kapitän Richard Golz sagte: „Ein Punkt, den wir am Ende vielleicht noch ganz gut gebrauchen können.“

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