Sport : Der HSV macht Ärger in Flensburg

Sieg in Champions League und Spieler abgeworben

Erik Eggers

Hamburg - Natürlich lag hinterher ein Lächeln auf den Lippen des Heiko Grimm. „Es ging ganz gut“, sagte der 30 Jahre alte Aufbauspieler des HSV Hamburg, als sein Klub am Samstag das Duell gegen die SG Flensburg-Handewitt mit 32:30 (20:14) für sich entschieden und so die Halbfinalchance in der Handball-Champions-League bei nun 7:3 Punkten erhalten hatte. Aber natürlich betrachtet Grimm diese Wochen und Monate als ein „Geschenk“. Im Herbst noch ausgemustert beim TV Großwallstadt, scheinbar am Ende seiner Karriere angelangt, hatte HSV-Coach Martin Schwalb den Europameister von 2004 für die Rückserie nach Hamburg gerufen, um dort im Aufbau auszuhelfen. Nach den Ausfällen Oleg Velykys (Kreuzbandriss und Krebserkrankung) sowie des Kapitäns Guillaume Gille hatte Grimm plötzlich das HSV-Spiel zu führen. Und es klappte: Grimm warf selbst drei Tore, setzte seine Mitspieler hervorragend ein und dazu zeigte er in der aggressiven 3:3-Abwehr des HSV seine Fähigkeiten. „Der Junge ist gut“, lobte ihn Trainer Schwalb, „einen solch guten Mann für die Abwehr kann man sich nicht backen. Jetzt hat jeder gesehen, warum wir Heiko geholt haben.“

Natürlich setzt Schwalb nun für das entscheidende Spiel am Samstag bei Portland San Antonio seine Hoffnungen in den vielseitig verwendbaren Grimm, zumal dort seine beiden Linksaußen, Weltmeister Torsten Jansen (Wadenverletzung) und Matthias Flohr (Knieverletzung), ausfallen werden.

Nicht nur wegen der Niederlage gab es beim letztjährigen Finalisten Flensburg, der diesmal mit 2:8-Punkten ein Desaster erlebt, Ärger. Als Manager Fynn Holpert nach dem Spiel vom HSV-Präsidenten Andreas Rudolph erfuhr, dass sein kroatischer Rechtshänder Blazenko Lackovic ab 2009 für den HSV auf Torejagd gehen wird, stürmte er in die Kabine und stellte Lackovic wutschnaubend zur Rede. Der Ärger war auch deshalb so groß, weil der HSV mit dem polnischen Linkshänder Marcin Lijewski bereits den zweiten Rückraumspieler mit Weltformat abgeworben hatte. Erik Eggers

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