Sport : Der HSV steckt hinter Werder im Stau

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Bremen - Die A 1 zwischen Bremen und Hamburg ist Dauerbaustelle und Unfallschwerpunkt. Von Überholmanövern wird abgeraten. So ähnlich wie die Autofahrer auf der A 1 fühlt sich auch Bernd Hoffmann, dem es als Vorstandsboss des Hamburger SV nicht gelingen will, an Werder Bremen vorbeizuziehen. Der HSV steckt im Stau, Werder hat freie Fahrt. Bremen kann heute im Nordderby die Champions-League-Qualifikation absichern und in einer Woche den DFB-Pokal gewinnen. „Es ist fantastisch, solche Spiele zu haben“, sagt Cheftrainer Thomas Schaaf, dem damit der fünfte Titel seit 1999 winkt. Die HSV-Bilanz aus dieser Zeit: zwei Gastspiele in der Champions League, kein Meistertitel und kein Pokalsieg.

Der sportliche Rückstand ist schwer zu erklären, weil der HSV wirtschaftlich längst die Nummer eins im Norden ist. Für die Hamburger sprechen 188 Millionen Euro Umsatz, die stets proppevolle Arena und eine zahlungswillige Kundschaft. Werder ist zwar kerngesund und schuldenfrei, wirtschaftet aber mit 120 Millionen Euro im Grenzbereich, weil dafür Erlöse aus der Champions League notwendig sind. Eingedenk der limitierten Möglichkeiten insistiert Sportchef Klaus Allofs stets, „dass wir erfinderisch sein müssen“. Dazu gehört auch der Verkauf von Stars. Vielleicht ist Mesut Özil nach der WM der nächste? „Wenn uns solch ein Spieler 2011 ablösefrei verlassen würde, wäre das eine Katastrophe“, sagt Allofs.

Dafür hat er mit Marko Marin den nächsten Hochbegabten gelockt, obwohl der fast schon beim HSV im Wort stand. Doch dort war man sich mal wieder uneinig, Marin wechselte zu Werder. Hoffmann hofft, dass sich unter dem neuen Sportdirektor Urs Siegenthaler solche Fehler nicht wiederholen. Frank Hellmann

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