Sport : Der Jubel nach dem letzten Schuss

Durch ein Freistoßtor in der Nachspielzeit erkämpft sich Borussia Dortmund ein 1:1-Unentschieden gegen Hoffenheim

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Keinen Schritt zurück! Dortmunds Shinji Kagawa (rechts) im Duell mit dem Hoffenheimer Sebastian Rudy. Foto: Reuters
Keinen Schritt zurück! Dortmunds Shinji Kagawa (rechts) im Duell mit dem Hoffenheimer Sebastian Rudy. Foto: ReutersFoto: REUTERS

Am Ende war es so etwas wie ausgleichende Ungerechtigkeit. Borussia Dortmund bekam in der letzten Minute der Nachspielzeit einen Freistoß in aussichtsreicher Position zugesprochen. Das Foul aber, das dem Freistoß vorausgegangen sein soll, war gar keins gewesen. Trotzdem: Borussia Dortmund, der Tabellenführer der Fußball-Bundesliga, bekam beim Stand von 0:1 gegen die TSG Hoffenheim eine letzte Gelegenheit, doch noch den Ausgleich zu erzielen. Nuri Sahin stand zur Ausführung bereit, ebenfalls der eingewechselte Antonio da Silva. Der Brasilianer schoss, er zirkelte den Ball über die Mauer – und traf tatsächlich zum 1:1-Ausgleich.

Eigentlich war der Ausgleich schon in der ersten Halbzeit gefallen, durch einen Elfmeter von Sahin. Schiedsrichter Wolfgang Stark aber pfiff den Türken zurück, weil sein Kollege Lucas Barrios zu früh in den Strafraum gelaufen sein soll. Eine Fehlentscheidung. Bei der Wiederholung dann scheiterte Sahin an Hoffenheims Torhüter Tom Starke.

Zuvor hatten die Dortmunder zwar versucht, das Tempo hoch zu schrauben und ihren Gegner mit ihrer läuferischen Stärke unter Druck zu setzen, doch fehlte dem Kombinationsspiel jegliche Präzision. Wie man einen Angriff perfekt zu Ende spielt, demonstrierten die Hoffenheimer: In der neunten Minute schnappte sich Luiz Gustavo auf der linken Seite den Ball, zog unwiderstehlich davon und bediente mit einem herrlich getimten Flachpass Demba Ba, der zum 1:0 für die TSG traf.

Die Dortmunder zeigten sich nicht geschockt vom frühen Rückstand und bekamen nur wenig später ihre Chance, als Isaac Vorsah im eigenen Strafraum die Hand zur Hilfe nach. Sahin schoss den Elfmeter flach und platziert in die rechte untere Ecke, doch Schiedsrichter Stark unterbrach den Jubel mit seinem Pfiff. Beim zweiten Versuch wechselte Sahin die Seite. Er trat den Ball halbhoch nach links, Starke ahnte die Ecke und wehrte den Schuss ab.

Der BVB war seiner besten Chance beraubt worden, und das steckten sie nicht so leicht weg: Die vielen hohen Bälle auf Barrios erwiesen sich als wirkungsloses Mittel, Hoffenheim hatte es leicht, sich in der Defensive sicher zu positionieren. Erst zum Ende der ersten Hälfte fingen sich die Dortmunder wieder und berannten das gegnerische Tor nun mit größerer Entschlossenheit.

Um die Offensivbemühungen weiter zu verstärken, brachte Dortmunds Trainer Jürgen Klopp zur zweiten Hälfte Mario Götze ins Spiel, der den eher defensiv orientierten Sven Bender ersetzte. Prompt initiierte Götze einen viel versprechenden Angriff, doch Kevin Großkreutz vergab die Großchance, indem er aus bester Position über das Tor schoss. Die Dortmunder bemühten sich nach Kräften, erarbeiteten sich ein klares Übergewicht, taten sich aber weiterhin schwer, weil ihren Aktionen die Genauigkeit fehlte. Und als Nuri Sahin es doch einmal schaffte, Lucas Barrios frei zu spielen, schoss der Argentinier mit dem paraguayischen Pass den Ball am langen Pfosten vorbei. Auf der anderen Seite hatten die Dortmunder Glück, dass Boris Vukcevic nur den Pfosten traf.

Es war nun eine temporeiche und packende Begegnung, in der beide Mannschaften mit hohem Engagement bestachen – und das am Ende noch richtig aufregend wurde. Die Dortmunder belagerten den Hoffenheimer Strafraum regelrecht, die Gäste aber wehrten sich mit aller Macht. Bis Schiedsrichter Stark ein Foul gesehen haben wollte, das gar keins war. Hoffenheims Mittelfeldspieler Sejad Salihovic war darüber noch nach dem Schlusspfiff so erbost, dass er nachträglich Gelb-Rot sah.

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