Sport : Der Jubel nach dem letzten Schuss

Mit einem Freistoßtor in der Nachspielzeit erkämpft sich Borussia Dortmund ein 1:1 gegen Hoffenheim

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... und drin! Vergeblich fliegt Hoffenheims Torhüter Tom Starke, Dortmunds Antonio da Silva hat gerade zum 1:1 getroffen. Foto: dpa
... und drin! Vergeblich fliegt Hoffenheims Torhüter Tom Starke, Dortmunds Antonio da Silva hat gerade zum 1:1 getroffen. Foto:...Foto: dpa

Nach dem Schlusspfiff feierten sie in der gelben Wand der Südtribüne, als hätten die Spieler von Borussia Dortmund gerade einen großen Sieg errungen. In Wirklichkeit war es nur ein Unentschieden, doch das fühlte sich nach dramatischem Spielverlauf tatsächlich wie ein Sieg an. 1:1 trennten sich die Borussen und ihr starker Widersacher aus Hoffenheim, weil dem eingewechselten Antonio da Silva in der dritten Minute der Nachspielzeit ein herrliches Freistoßtor gelang.

Das mit da Silva ist eine der schönen Geschichten, die der Fußball von Zeit zu Zeit schreibt. Der vereinslose Brasilianer wollte sich beim BVB eigentlich nur fit halten, in der Vorbereitung aber hinterließ der 32-Jährige einen solch überzeugenden Eindruck, dass die Dortmunder ihm einen Vertrag anboten. Das Vertrauen hat sich ausgezahlt, da Silva hat mit seinem Tor die zweite Saisonniederlage der Dortmunder verhindert und deren Fans in Feierlaune versetzt. Dagegen war Ralf Rangnick sichtlich bedient. Er fühlte sich vom unsicheren Schiedsrichter Wolfgang Stark benachteiligt: „Dem Freistoß ist ein Foul an unserem Spieler Obasi vorangegangen und nicht von ihm“, grantelte Hoffenheims Trainer.

Hoffenheim erwies sich beim Spitzenspiel des Ersten gegen den Tabellenvierten als so stark, dass die Männer in Schwarz-Gelb vor 80 720 Zuschauern im ausverkauften Dortmunder Stadion nach sieben Siegen in Folge erstmals wieder mit einem Unentschieden zufrieden sein mussten. Für BVB-Trainer Jürgen Klopp war das keine Sensation: „Wenn irgendjemand davon ausgegangen ist, dass wir Hoffenheim hier am Nasenring durchs Stadion führen, ist er wahnsinnig.“ Der BVB versuchte zwar, das Tempo hochzuschrauben und seinen Gegner unter Druck zu setzen, doch fehlte dem Kombinationsspiel jegliche Präzision.

Wie man einen Angriff perfekt zu Ende spielt, demonstrierten die Gäste in der neunten Minute. Luiz Gustavo schnappte sich auf der linken Seite den Ball, zog unwiderstehlich davon und bediente mit einem herrlichen Flachpass Demba Ba, der das Werk nur noch vollenden musste. Die Dortmunder zeigten sich nicht geschockt vom frühen Rückstand und bekamen nur wenig später ihre Chance, als Isaac Vorsah im Strafraum die Hand zu Hilfe nahm. Den fälligen Elfmeter verwandelte Nuri Sahin sicher, doch Schiedsrichter Stark ließ den Deutsch-Türken erneut antreten, weil Lucas Barrios den Strafraum zu früh betreten haben sollte. Eine Fehlentscheidung. Sahin wechselte die Ecke, doch diesmal parierte Tom Starke den Schuss.

Nach der Pause erarbeiteten sich die Dortmunder ein Übergewicht, ihren Aktionen aber fehlte weiterhin die Genauigkeit. Es war nun eine temporeiche und packende Begegnung, mit hohem Engagement auf beiden Seiten. Beinahe hätten die Hoffenheimer ihren Vorsprung über die Zeit gebracht, doch dann schnappte sich Antonio da Silva den Ball. Der späte Ausgleich, der die Dortmunder jubeln ließ, erzürnte die Hoffenheimer so sehr, dass deren Mittelfeldspieler Sejad Salihovic noch nach dem Schlusspfiff wegen Meckerns Gelb-Rot sah.

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