Sport : Der Jubel nach dem Sturz

Bobpilot Langen feiert seinen ersten Weltcuperfolg des Winters

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Cortina d’Ampezzo (Tsp). Am Tag zuvor war er noch heftig gestürzt. Nach einem Fahrfehler war Pilot Christoph Langen mit seinem Viererbob umgekippt, nach einem harten Aufprall an der Betonbande wieder auf die Kufen gefallen – und nach dem Zieleinlauf stand ein ernüchterndes Resultat für den erfolgsverwöhnten Fahrer zu Buche: der 11. Rang.

Doch gestern machte Langen im ungeliebten Eiskanal im italienischen Cortina d’Ampezzo alles richtig und fuhr zu seinem ersten WeltcupErfolg in diesem Winter. Der 41-jährige Zweierbob-Olympiasieger aus Unterhaching verwies zusammen mit seinem Bremser Markus Zimmermann den Weltcup-Gesamtführenden Pierre Lueders mit einem hauchdünnen Vorsprung von 17 Hundertstelsekunden auf Rang zwei. „Ich bin total happy. Vor allem, weil ich einigen Widersachern gezeigt habe, dass ich nicht nur in Winterberg, sondern auch in Cortina fahren kann“, sagte der Sportsoldat Langen. Am misslungenen Vortag hatte er in der Viererbobkonkurrenz mehrmals große Schwierigkeiten mit seinem Arbeitsgerät gehabt – jetzt stimmte die technische Abstimmung: „Diesmal hatte ich den Bob etwas handzahmer eingestellt. Er war somit zwar nicht ganz so schnell, aber ich bin heute auch nicht so ein großes Risiko eingegangen“, sagte der Routinier. Erst in der vergangenen Woche war er auf seiner Lieblingsstrecke in St. Moritz Europameister geworden – knapp zwei Jahre nach dem Gewinn der Goldmedaille bei den Olympischen Winterspielen in Salt Lake City.

Im Finallauf erwies sich die so genannte „Sprungschanze“ im unteren Streckenabschnitt der traditionsreichen Olympia-Bahn von 1956 als die alles entscheidende Passage der Ausscheidung. Während der Kanadier Lueders und sein schärfster Konkurrent, der nach dem ersten Durchgang führende Schweizer Martin Annen nach der Landung quer in der Eisröhre standen, gelang dem gebürtigen Kölner Langen eine fehlerfreie Fahrt mit einer Spitzengeschwindigkeit von 124,4 km/h.

Der dreifache Europameister André Lange, der seinen etatmäßigen Anschieber Kevin Kuske mit Blick auf die anstehende Weltmeisterschaft in Königssee Ende Februar schonte, belegte nur den fünften Rang. Sein Konkurrent Christoph Langen wird bei der WM seinen Abschied nehmen: „Das wird mein wichtigstes Rennen“, sagte er.

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