Sport : Der Jugendbeauftragte

Von Lollis sollen Albas junge Spieler profitieren

Ingo Schmidt-Tychsen

Berlin - Quadre Lollis kann Jovo Stanojevic nicht leiden, zumindest lassen seine Worte darauf schließen. „Seitdem Jovo seine Verletzung auskuriert hat, bekomme ich weniger Spielzeit“, sagt Lollis. „Außerdem ist Jovo langsam.“ Dann fängt Lollis an zu lachen. Ein Scherz. die beiden sind gute Freunde. Dass Stanojevic bei Alba Berlin spielt, war für Lollis der Hauptgrund dafür, dass er nach zwei Jahren beim AEK Athen im Sommer zurück nach Berlin gewechselt ist. Wie vor drei Jahren spielen die beiden nun wieder gemeinsam unter den Körben von Albas Gegnern. So wie heute, im Bundesligaspiel gegen die Baskets Nürnberg (15 Uhr, Max-Schmeling-Halle).

Ende Januar hatte sich Albas erster Center Stanojevic einen Muskelfaserriss zugezogen, er fiel drei Wochen lang aus. Lollis ersetzte ihn gemeinsam mit Nenad Canak. Doch auch nach der Rückkehr von Stanojevic spielt Lollis länger als vor dessen Verletzung. „In der Phase ohne Stanojevic hat der eine oder andere mehr Verantwortung übernommen“, sagt Trainer Henrik Rödl. Damit meint er vor allem Lollis: „Er spielt seit Weihnachten auf einem sehr hohen Niveau.“ Der US-Amerikaner ist zur richtigen Zeit in Form gekommen. In drei Wochen findet die Pokalendrunde statt, eine Woche später beginnen die Play-offs. Heute kann Lollis noch einmal für die wichtigsten Saisonspiele üben. Allerdings glaubt der 32-Jährige, dass es kein schwieriger Test wird. Der Abstand zwischen Mannschaften wie Nürnberg und den Spitzenteams sei während seiner zweijährigen Abwesenheit größer geworden. „Früher war die Liga stärker“, sagt Lollis.

Er soll seine Erfahrungen gerade an die jüngeren Spieler weitergeben. „Das war einer der Gründe dafür, weshalb ich mich für ihn interessiert habe“, sagt Rödl. Lollis sei mit seiner Art „gerade nach dem Ausfall von Matej Mamic sehr wichtig“. Albas Kapitän kämpft nach einer schweren Rückenmarkprellung um die Rückkehr in den Leistungssport.

Der 20-jährige Martynas Mazeika profitiert von Lollis’ Erfahrungen. Bei Auswärtsfahrten teilen sich die Alba-Profis ein Zimmer. „Meistens unterhalten wir uns den ganzen Abend lang, das liebe ich“, sagt Mazeika. Nur wenn Lollis den Fernseher einschaltet, verdreht Mazeika die Augen. „Seine US-amerikanischen Serien sind anstrengend“, sagt der Litauer.

0 Kommentare

Neuester Kommentar