Sport : Der K-Gipfel zwischen DFB und DFL

Foto: dpa
Foto: dpaFoto: dpa

Berlin - Anders als gedacht könnte die anstehende Präsidiumssitzung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) an diesem Freitag für den deutschen Fußball von weitreichender Bedeutung sein. Ganz oben auf der Agenda einer eigentlich turnusmäßigen Sitzung steht die Frage nach der Kompetenz des künftigen Sportdirektors. Hierüber tobt seit Tagen ein Richtungsstreit zwischen DFB und der Deutschen Fußball-Liga (DFL).

Die DFL, formell dem DFB untergeordnet, will bei der Auswahl eines neuen Sportdirektors nicht nur ein größeres Mitspracherecht, sondern sie verlangt auch, dass dem Nachfolger von Robin Dutt mehr Macht eingeräumt und ihm auch die Nationalmannschaft unterstellt wird. Dutt hatte vor wenigen Wochen das Amt beim DFB gegen das des Cheftrainers bei Werder Bremen eingetauscht. Während die DFL einen starken Mann will, der in der Hierarchie gleichauf mit dem DFB-Generalsekretär steht und alle sportlichen Ebenen verantwortet, hat Bundestrainer Joachim Löw derweil aus Brasilien, wo er den Confederations Cup besucht, ausrichten lassen, „dass die sportlichen Richtlinien und letztlich auch die Verantwortung wie bisher beim Bundestrainer bleiben sollen“. Löw wird keinen übergeordneten Sportdirektor akzeptieren.

Zudem dürfte es auch um die Zukunft von Rainer Adrion gehen, der kürzlich als Trainer mit der deutschen U-21-Auswahl bei der EM in der Vorrunde gescheitert war. Hatte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach noch vor wenigen Tagen erklärt, nicht an Adrion rütteln zu wollen, so wolle er inzwischen nicht mehr ausschließen, „dass es im Nachwuchsbereich zu Veränderungen kommen kann“. Der Vertrag von Adrion, der von Löw gestützt wird, läuft noch ein Jahr.

Wolfgang Niersbach ist nun als Krisenmanager gefordert, stehen doch wegweisende strukturelle Entscheidungen an. Bis heute fehlt dem Nachwuchs eine einheitliche Spielphilosophie. Überdies strebt die DFL, die den Profifußball vertritt, künftig mehr Einfluss und Bedeutung an. Hier muss nebenher das Verhältnis der beiden großen Parteien neu justiert werden. Ärger und gegenseitige Angriffe gab es allein in dieser Woche genug. Jetzt sind Lösungen gefragt. Miro

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben