Sport : Der K.-o.-Schläger kassiert 22 Millionen in 243 Sekunden

Der K.-o.-Schläger Mike Tyson machte mit Nobody Julius Francis wie erwartet kurzen Prozess. In seinem 51. Profikampf besiegte der 33 Jahre alte Ex-Weltmeister den 16:1-Außenseiter und Britischen Schwergewichtsmeister vor 21 000 Zuschauern in der ausverkauften MEN Arena in Manchester durch technischen K. o. nach nur 63 Sekunden der zweiten Runde. Tyson erhielt für seine Kurzarbeit über insgeamt 243 Sekunden eine Börse von umgerechnet 22 Millionen Mark.

Der jüngste Schwergewichts-Weltmeister aller Zeiten schoss direkt auf seinen unbekannten, zwei Jahre älteren Gegner zu, der unter anderem schon gegen Witali Klitschko, Zeljko Mavrovic und Axel Schulz verloren hatte. Nach 2:18 Minuten der ersten Runde lag Francis nach einem Aufwärtshaken von Tyson am Boden und wurde von Ringrichter Roy Francis (England) angezählt. Es folgte ein weiter Niederschlag zum Pausengong. Schließlich wurde der Engländer noch zweimal zu Boden geschickt, dann hatte der Ringrichter ein Einsehen und nahm Tysons hoffnunslos überforderten Gegner aus dem Kampf.

"Vielleicht kann ich um den Titel boxen. Das ist aber ein langer Weg. Die Leute denken, dass ich Probleme habe. Ich bin ein erwachsener Mann", sagte Tyson nach dem Fight. Mike Tyson machte mit seinem 47. Sieg bei drei Niederlagen und einem "no contest" einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einem Titelkampf gegen den uneingeschränkten Schwergewichts-König Lennox Lewis (England), der für das Jahresende geplant ist.

Für den 25. März ist aber zunächst ein Aufbaukampf gegen den Amerikaner Lou Savarese vorgesehen, der möglicherweise auch in Europa stattfinden wird. Tyson: "Ich bin Amerikaner, aber die nächsten Kämpfe finden wohl in Europa statt." Als Austragungsort favorisiert Tyson Paris. Dem deutschen Interesse durch den Hamburger Promoter Klaus-Peter Kohl, der Tyson gerne gegen WBO-Weltmeister Witali Klitschko antreten lassen will, erteilte der Amerikaner eine Absage. Deutschland sei ihm zu "rassistisch", so Tyson. Witali Klitschko war in Manchester am Ring und erklärte: "Tyson ist ein guter Gegner, er kann hauen. In diesem Kampf habe ich aber nichts Besonderes gesehen. Francis hatte keinen Willen zum Sieg." Kohl erklärte nach dem Kampf: "Tyson ist die Nummer eins der WBO-Rangliste. Er muss sich in den nächsten zwei, drei Monaten erklären, ob er sich Witali stellt. Wenn nicht, hat er seine Rechte als offizieller Herausforderer verwirkt." Der Chef der Universum-Boxstalls misst der Ankündigung Tysons, niemals in Deutschland boxen zu wollen, keinerlei Bedeutung bei: "Wer seinem schwarzen Bruder ein Stück vom Ohr abkaut, dem muss man nicht alles glauben." Klitschko ist es zudem völlig egal, wo er gegen Tyson boxt. "Meinetwegen in den USA, in England oder in Kiew. Ich habe heute nichts Besonderes von ihm gesehen. Auf diesem Mann bin ich gut vorbereitet."

Der 41. vorzeitige Sieg war für "Iron Mike" erst der dritte Kampf seit seinen spektakulären Bissen in die Ohren des damaligen Weltmeisters Evander Holyfield im Skandalfight am 28. Juni 1997. Am 16. Januar 1999 hatte er Ex-Dopingsünder François Botha durch K. o. in der fünften Runde besiegt, am 23. Oktober 1999 war Tysons Kampf gegen Orlin Norris nach einem Kopfhaken nach dem Pausengong als "ohne Entscheidung" gewertet worden.

Am Freitagabend hatte Tyson fast für einen Eklat gesorgt, als er aus Verärgerung vorzeitig die Heimreise in die USA antreten wollte. Der Ex-Sträfling war bereits am Flughafen von Manchester, hatte von seinem Anhang gerade noch umgestimmt werden können und war wie vorgesehen zum Wiegen erschienen. Angeblich habe sich Tyson maßlos darüber geärgert, dass seiner Ehefrau Monica Turner und den Kindern von der Einreise nach England abgeraten worden sei. "Ich habe die Nase voll. Ich kehre in die USA zurück", soll Tyson gesagt haben.

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