Sport : Der Kaiser ist amtsmüde

Franz Beckenbauer denkt nach der Umwandlung des FC Bayern München in eine Kapitalgesellschaft und der mit dem strukturellen Wandel verbundenen neuen Machtverteilung beim Weltpokalsieger ernsthaft an einen Rückzug von seinen Vereinsämtern. "Ich muss mir überlegen, ob ich als Präsident noch einmal kandidiere. Im November nächsten Jahres werde ich mir darum ernsthaft überlegen, ob ich weitermache oder nicht", erklärte der 56-jährige Vereinspräsident, der zugleich dem Aufsichtsrat der neuen FC Bayern AG vorstehen wird, am Sonntag im Deutschen Sportfernsehen (DSF).

Beckenbauer steht seit 1994 an der Spitze des FC Bayern. Seine dritte Amtszeit als Präsident endet im November 2003. Er begründete seine Rücktrittsabsichten mit dem zunehmenden Zeitaufwand für seine Arbeit als Präsident des Organisations-Komitees für die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland: "Tatsache ist, dass ich die Kraft und Konzentration für die WM 2006 brauche. Nach der WM in diesem Sommer fangen wir an intensiv zu arbeiten", sagte Beckenbauer.

Ein weiterer Grund für die Amtsmüdigkeit dürfte jedoch auch sein, dass es im Zuge der strukturellen Umwandlung des FC Bayern innerhalb der Führungsmannschaft des deutschen Rekordmeisters zu öffentlichen Misstönen zwischen Beckenbauer und den beiden Vorständlern Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß gekommen war. Diese hatte das Trio jedoch nach eigenen Angaben während eines klärenden Gesprächs am Rande des Champions-League-Spiels am vergangenen Mittwoch bei Manchester United (0:0) komplett ausgeräumt. Rummenigge hatte schon vorher erklärt, er glaube nicht, dass Beckenbauer so amtsmüde sei, dass er wirklich aufhöre. Mit seinem enormen Wissen und seinen guten Beziehungen wäre das auch sehr schade.

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