Sport : Der Kampf der Kontrolleure

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Frank Bachner über den Streit

um das Doping im Radsport

Es ist schon peinlich, wie sich der RadsportWeltverband UCI derzeit verhält. Weil der Bericht der Welt-Anti-Dopingagentur Wada zur Tour de France vorzeitig in einer Zeitung erschienen ist, lässt die UCI nun keine Wada-Kontrolleure zur Radsport-WM nach Kanada. Irgendwie passt das ins Bild: Kaum ein Verband hat sich so lange gegen eine harte Doping-Bekämpfung gestemmt wie der der Radfahrer. Ergebnis ist eine fast endlose Liste aufgeflogener Dopingsünder. Und die jüngste Entscheidung zeigt, dass die UCI immer noch nicht ernsthaft das Dopingproblem angeht.

Deshalb macht es Sinn, dass die Wada der UCI mit dem Ausschluss von Olympischen Spielen droht, sollte die nicht einlenken. Allerdings ist das eine Drohung mit begrenzter Wirkung. Denn der größte Wada- Unterstützer, IOC-Chef Rogge, hatte schon mal angekündigt, er werde alle Länder von Olympia ausschließen, die den Wada-Code nicht annehmen. In den USA haben sie daraufhin gelacht. Die US-Olympiafunktionäre nahmen den Code zwar an, es stellte sich aber heraus, dass US-Athleten nur zwischen 6 Uhr 30 und 21 Uhr 30 unangemeldet kontrolliert werden dürfen. Die Wada verlangt aber Kontrollmöglichkeiten rund um die Uhr.

Trotzdem werden US-Athleten nicht von Olympia ausgeschlossen. Schließlich ist die US-Industrie größter Sponsor des IOC. Bei den Radfahrern kann die Wada nun ihre Bedeutung beweisen. Knicken die Doping-Kontrolleure ein, brauchen sie sich an größere Aufgaben gar nicht zu wagen. Dann können US-Athleten noch herzhafter lachen.

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