Sport : Der Kampf gegen das Alibi

Albas Basketballer verlieren ersatzgeschwächt in Ludwigsburg

Helen Ruwald

Berlin - Die letzten Wochen waren ziemlich märchenhaft für die Basketballer von Alba Berlin. Sieben Siege in Folge, davon einer gegen den Deutschen Meister Skyliners Frankfurt und zwei nach Verlängerung im Uleb-Cup gegen Dünkirchen und in Saloniki. Alter Alba-Teamgeist mit einer neuen Mannschaft, die am Dienstag in Griechenland ohne und zugleich für den kranken Centerspieler Jovo Stanojevic gesiegt hatte. Der hatte bei den Berliner Märchentagen die Heldenfigur gegeben. Zweimal hatte sich der Serbe trotz Magen-Darm-Virus durchgequält und war sogar Topscorer gewesen. Es hätte so weitergehen können – doch dann mussten die Berliner in Ludwigsburg antreten, bei einem Aufsteiger. „Die haben Bonn und Frankfurt geschlagen und jetzt leider auch uns", sagt Teammanager Henning Harnisch zu der 80:89-Niederlage. „Wer dachte, wir würden wieder die Bundesliga dominieren, sah sich heute eines Besseren belehrt. Die Liga ist so ausgeglichen wie nie.“

In Szymon Szewczyk (2,07 Meter) fiel neben Stanojevic (2,09 Meter) auch der zweite lange Center krank aus, was Alba nicht kompensieren konnte. Außerdem „war die Mannschaft nicht spritzig und schnell genug. Auch im Kopf nicht", sagt Harnisch, der den Part des Beschwichtigers übernahm. „Man kann den Spielern keinen Vorwurf machen. Sie haben gekämpft. Wir sind bis auf zwei Punkte an Ludwigsburg drangewesen." Trainer Emir Mutapcic hingegen war verärgert. „Dass Stanojevic und Szewczyk gefehlt haben, kann kein Alibi sein. Wir waren nicht aggressiv genug. Ludwigsburg hat verdient gewonnen", sagte er.

Auf der Centerposition fanden sich Guido Grünheid (2,06 Meter), Michael Wright (2,02 Meter) und nur sporadisch der etatmäßige Center Justin Brown wieder, mit 2,12 Metern der längste Mann im Team. Für Grünheid war es das erste Spiel von Beginn an, Wright (19 Punkte/9 Rebounds) musste 40 Minuten durchspielen, machte seine Sache gut und war „am Ende platt", sagt Harnisch. Wrights eigentliche Position übernahm Flügelspieler Matej Mamic (16 Punkte, 9 Rebounds). Die Umstellungen bereiteten Alba vor allem in der ersten Halbzeit Probleme, als Ludwigsburg bei den Rebounds klar dominierte. Erst nach der Pause konnte Alba das Duell unter den Körben ausgeglichen gestalten und kämpfte sich nach 17 Punkten Rückstand wieder heran. Doch aller Kampfgeist reichte nicht, zumal die Feldwurfquote von Mithat Demirel (14 Prozent) und Stefano Garris (20 Prozent) schwach war. In Saloniki waren sie noch die besten Berliner. Ob Stanojevic und Szewczyk am Mittwoch gegen Charleroi spielen können, ist unklar. Falls ja, wird zumindest Stanojevic Trainingsrückstand haben und eine Weile brauchen, bis er wieder in Topform ist. So zieht ein Ungemach ein anderes nach sich. „Das System ist gestört“, sagt Mutapcic.

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