Sport : Der Kampf gegen den Heimvorteil

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Schwerin (dpa). Sebastian Köber greift wieder an. Deutschlands große Schwergewichts-Hoffnung will sich übers Wochenende bei den 34. Box-Europameisterschaften in der kontinentalen Elite zurückmelden. Die Spiele beginnen am Freitag im russischen Perm.

„Ich hoffe, er bringt schon die nötige Stabilität und Kompaktheit für seine neue Gewichtsklasse mit“, meinte Chef-Bundestrainer Helmut Ranze vor dem zweiten EM-Start des Olympiadritten von Sydney.

Köber war nach seinem enttäuschenden WM-Auftritt 2001 in Belfast, bei dem er nicht einmal die Medaillenränge erreicht hatte, ins Superschwergewicht gewechselt. Sein langfristiges Trainingsziel sind die Olympischen Spiele 2004 in Athen.

Trotz verletzungsbedingter Probleme hat sich der 23-jährige Frankfurter in einer verbandsinternen Ausscheidung mit einem Sieg über den WM-Dritten Witali Boot aus Gifhorn für die EM empfohlen. Die stehen angesichts der Dominanz der osteuropäischen Sportler unter ganz besonderen Vorzeichen. „Die Trauben werden in Perm hoch hängen, denn speziell die zehn Verbände der ehemaligen UdSSR betrachten die Europameisterschaften als Heimstart, und sie werden sehr motiviert um die Medaillen kämpfen“, glaubt der Böblinger DBV-Sportwart Alexander Mazur.

Das dürften neben Köber, der als Einziger über EM- Erfahrung verfügt, auch die anderen Boxer in der jungen deutschen EM-Staffel zu spüren bekommen. Mit Junioren-Weltmeister Witali Tajbert aus Stuttgart (Bantamgewicht), Thomas Papp aus Frankfurt/Oder, (Federgewicht) und Harun Sipahi aus Wolfenbüttel (Leichtgewicht) stehen drei Deutsche Meister im Aufgebot. Das ist mit einem Durchschnittsalter von nur rund 22 Jahren perspektivisch auf die Qualifikation für Olympia 2004 ausgerichtet. Auf die Besetzung des Schwer- und des Halbfliegengewichts war mangels Kandidaten verzichtet worden.

Angesichts dieser Konstellation sind die Erwartungen eher bescheiden. „Ich bin überzeugt davon, dass einige das Zeug haben, sich in der europäischen Spitze zu etablieren. Wie weit sie kommen, wird wie immer natürlich auch von der Auslosung abhängen“, sagt Paul Forschbach, Präsident des Deutschen Boxsport-Verbandes (DBV).

Bei den Europameisterschaften 2000 in Tampere hatten der inzwischen ins Profi-Lager gewechselte Adnan Catic den Titel geholt. Norman Schuster aus Halle, der die diesjährige Nominierung verpasst hat, und der nicht mehr aktive Falk Huste hatten zwei Bronzemedaillen errungen.

Sollte am Rande des Urals eine ähnliche Bilanz herausspringen, wäre das Etappenziel mehr als erfüllt.

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