Sport : Der Kampf hat sich gelohnt

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Berlin (dpa). Der acht Jahre dauernde Rechtsstreit zwischen der ehemaligen Sprinterin Katrin Krabbe-Zimmermann aus Neubrandenburg und dem Internationalen Leichtathletik-Verband (IAAF) ist mit einem Vergleich beigelegt worden. Die Parteien haben sich laut einer gemeinsamen Presseerklärung der Anwälte vor dem Oberlandesgericht München „auf einen Vergleich geeinigt, der eine Schadenersatzzahlung in angemessener Höhe an die frühere Weltmeisterin vorsieht“. Das IAAF-Council hatte im April in Nairobi dem Vergleichsabschluss zugestimmt.

Da über die Summe Vertraulichkeit vereinbart wurde, wollte Krabbe-Anwalt Thomas Summerer keine weiteren Angaben machen. „Der Kampf hat sich gelohnt“, sagte Summerer. Seine Mandantin hatte nach einem jahrelangen Hürdenlauf durch die Gerichtsinstanzen vom Landgericht München eine Schadenersatzsumme von 1,5 Millionen Mark (rund 769 000 Euro) zugestanden bekommen. Dieser Betrag setzte sich aus 1,2 Millionen Mark Schadenersatz plus Zinsen zusammen. Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), geht davon aus, dass die Vergleichssumme deutlich über einer Million Mark liegen dürfte.

  Die IAAF hatte gegen die vom Landgericht festgesetzte Summe Berufung eingelegt, die am 7. März dieses Jahres in 2. Instanz vor dem Oberlandesgericht München behandelt wurde. „Dort sah man die Sache positiv für die Klägerin und hat zu erkennen gegeben, dass man vom Urteil nicht abweichen werde“, sagt Summerer und sieht darin die Gründe dafür, dass die IAAF nach einer Bedenkzeit eingelenkt und ein Vergleichsangebot unterbreitet hat.

  Bislang war die IAAF noch nie zu Schadenersatz verurteilt worden. Der ehemalige 400-m-Weltrekordler Harry Butch Reynolds (USA) hatte 1993 vor einem US-Gericht gegen die IAAF 37,3 Millionen Dollar erstritten. Die IAAF war in Berufung vor das Oberste Gericht gegangen und musste nicht zahlen.

  Die IAAF hatte die einjährige Sperre von Krabbe-Zimmermann und Grit Breuer wegen Medikamentenmissbrauch durch den DLV-Rechtsausschuss um zwei weitere Jahre verlängert. Dagegen hat die Doppel-Weltmeisterin von 1991 in Tokio erfolgreich geklagt. Das Münchner Landgericht erklärte diese Bestrafung als rechtswidrig und stellte fest, dass eine Sperre im Sport über zwei Jahre die durch die Verfassung geschützte Berufsfreiheit beeinträchtigt. Später wurde die bis dahin gültige Vier-Jahres-Sperre beim ersten Doping-Vergehen durch die IAAF auf zwei Jahre verkürzt.

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