Sport : Der Kampf wird belohnt

Die Eisbären besiegen die Kölner Haie 5:3

Claus Vetter

Berlin - Der gestrige Abend im Sportforum Hohenschönhausen bot lange wieder einmal so ein Spiel, wie es die Eisbären schon oft in dieser Saison erlebt haben. Schnell liefen die Berliner einem Rückstand hinterher, kämpften sich wieder heran und schienen doch von einem für sie glücklichen Ende weit entfernt zu sein – und dann kam alles anders: Nach einem starken Schlussdrittel siegte der Deutsche Meister 5:3 (1:2, 2:1, 2:0) gegen die Kölner Haie, womit die Berliner nun wenigstens eine von vier Partien der laufenden Spielzeit der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) gegen Köln gewonnen haben.

Drei deutsche Torhüter in einem Spiel – das bekommen die Zuschauer in der von ausländischen Profis dominierten DEL selten zu sehen. Gestern im Sportforum kam es vor 5000 Zuschauern zu dieser Rarität, weil Berlins Trainer Pierre Pagé nach dem ersten Drittel Youri Ziffzer für Daniar Dshunussow einwechselte – „um die Mannschaft aufzuwecken“, wie Pagé später sagte. Auf der anderen Seite der Eisfläche stand mit Oliver Jonas ein ehemaliger Eisbären-Profi im Tor, der seine Sache trotz – oder gerade wegen – reichlich unflätiger akustischer Begrüßung durch die Berliner Anhänger ordentlich machte. Jonas hatte allerdings im ersten Drittel auch weniger zu tun als Dshunussow bei den Eisbären: Die Kölner hatten früh Gelegenheiten, ihr exzellentes Powerplay aufzuziehen. Bei einer 5:3-Überzahl gelang Stephane Julien per Schlagschuss das 1:0 für die Haie, als die Berliner dann wieder mit vier Feldspielern auf dem Eis waren, traf Lasse Kopitz im Nachschuss zum 2:0 für Köln.

Nach nur zehn Spielminuten schien alles gelaufen für die Eisbären, nach einem glücklichen Anschlusstor durch Patrick Jarrett wurden die Berliner dann aber munter. Sie ließen sich auch durch das 1:3 durch Kopitz anfangs des Mittelabschnitts nicht irritieren: Deron Quint gelang mit einem satten Schuss nach 25 Spielminuten das 2:3. Die durch viele Ausfälle geschwächten Kölner – sie traten gestern mit nur 15 Feldspielern an – gerieten fortan in immer größere Bedrängnis. Nachdem Ziffzer eine Breakchance von Kopitz glänzend pariert hatte, schoss Denis Pederson fast im Gegenzug der Ausgleich.

Im Schlussabschnitt waren die Eisbären dann die bessere Mannschaft. Die Berliner mussten sich gegen die müde werdende Kölner Rumpftruppe allerdings mühsam zum Sieg kämpfen. Das entscheidende Tor zum 4:3 war um so ansehnlicher: Junioren-Nationalspieler Alexander Weiß fälschte einen Schuss von André Rankel unhaltbar für Kölns Torwart Jonas ab. Endlich einmal hatten die Eisbären damit wieder gegen ein Spitzenteam der DEL gewonnen, nachdem sie doch zuvor in den Spielen gegen Mannheim (1:2) und in Ingolstadt (1:5) chancenlos waren. Die gestrige, am Ende couragierte Leistung rundete Kelly Fairchild mit seinem Tor zum 5:3 für die Eisbären kurz vor Schluss noch zu einem klaren Sieg ab – zu einem Erfolg, der den Eisbären für den Rest der Hauptrunde Mut machen sollte.

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