Sport : Der Kapitän soll’s richten

Bei den Eisbären holpert noch vieles – gegen Straubing ruhen die Hoffnungen auf André Rankel.

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Haudraufwienix. Rankel will den Eisbären gegen Straubing den Sieg bringen. Foto: dapd
Haudraufwienix. Rankel will den Eisbären gegen Straubing den Sieg bringen. Foto: dapdFoto: dapd

Berlin - Bei den Eisbären würden viele den holprigen Start in die neue Spielzeit sicher gerne vergessen und noch einmal ganz von vorne anfangen. Einer kann das tatsächlich: „Für mich beginnt die Saison erst jetzt“, sagte André Rankel nach dem wenig glanzvollen 2:0-Sieg seiner Mannschaft gegen die Düsseldorfer EG. In der deutschen Eishockey-Liga (DEL) stand der Angreifer zum bislang letzten Mal am 7. April auf dem Eis, im zweiten Halbfinalspiel gegen die Straubing Tigers. Für einen Check gegen den Kopf von Daniel Sparre wurde er danach für zehn Spiele gesperrt und verpasste dadurch nicht nur den Rest der Play-offs, sondern auch die ersten drei Spiele der neuen Saison. Am Sonntag zum Auswärtsspiel beim ERC Ingolstadt (16.30 Uhr) kehrt er nun in die Liga zurück. Mit größerer Verantwortung: Im Sommer wurde der gebürtige Berliner zum neuen Kapitän des Deutschen Meisters ernannt. Einen wie ihn brauchen sie bei den Eisbären derzeit dringend: einen starken Individualisten, der Tore schießen und die Mannschaft mitreißen kann. Das wissen auch die Mitspieler. „Es ist überragend, dass er zurückkommt“, sagt Florian Busch.

Denn noch ist das Team eine große Baustelle – und wird es auch vorerst bleiben. Zahlreiche Ausfälle hat Trainer Don Jackson zu verkraften, die drei Neuzugänge aus Nordamerika sind noch in der Eingewöhnungsphase. Nach den beiden Auftaktniederlagen baute Jackson die Angriffsreihen um, auch im Überzahlspiel muss er experimentieren. Dass unter diesen Bedingungen das Zusammenspiel noch nicht wie gewünscht funktioniert, ist nur natürlich. Und so waren es gegen Düsseldorf eben Einzelaktionen – spektakuläre Paraden von Torhüter Rob Zepp, feine Torvorlagen von Jamie Arniel und Mark Katic – die den Erfolg sicherten.

Ob das auch gegen Ingolstadt reichen wird, ist fraglich – denn die Oberbayern sind ein anderes Kaliber als die DEG, für Busch sogar „ein Favorit auf die Meisterschaft“. Gegen den tut sich trotz Rankels Rückkehr gleich die nächste Baustelle auf: Verteidiger Jimmy Sharrow, als Abräumer, Antreiber und Torschütze zuletzt eine wesentliche Stütze des fragilen Mannschaftsgefüges, handelte sich am Freitag eine Matchstrafe ein. In Ingolstadt wird er damit definitiv fehlen, über das weitere Strafmaß entscheidet der Disziplinarausschuss der DEL am Montag. Sharrows Ausfall sei „ein herber Verlust“, sagt Busch. Die Lücke muss nun der 19-jährige Henry Haase schließen. Das tat er am Freitag in den letzten beiden Dritteln schon mit einigem Erfolg. „Er hat den Job gut gemacht“, lobt Busch.

Obwohl die Eisbären also weiter experimentieren müssen – neben Sharrow fallen auch Constantin Braun, Darin Olver, Sven Felski und Mads Christensen aus –, gehen sie nach dem ersten Sieg gestärkt in das Duell mit dem Mitfavoriten. „Uns ist eine große Last von den Schultern gefallen“, sagt Laurin Braun. Und Zuschauer Rankel sah auch spielerisch einen „Schritt in die richtige Richtung“. Dazu, dass die nächsten trotz aller Widrigkeiten folgen, kann er nun wieder selbst beitragen. Jan Schröder

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