Sport : Der Kapitän vorneweg

Arne Friedrich und Hertha streichen Klauseln im Vertrag – der 27-Jährige bleibt bis 2009

Stefan Tillmann

Berlin - Hertha BSC und Kapitän Arne Friedrich haben sich geeinigt. Sie strichen die Klauseln, wonach die Vertragsverlängerung im kommenden Jahr vom Erreichen des Uefa-Pokals und 2008 von der Qualifikation für die Champions League abhängt. Damit steht der 27 Jahre alte Verteidiger bis zum 30. Juni 2009 beim Fußball-Bundesligisten unter Vertrag – unabhängig vom Erfolg.

„Dies ist ein tolles Signal. Es zeigt, dass sich Arne Friedrich bei Hertha und in Berlin wohlfühlt und von der Entwicklung des Klubs überzeugt ist“, sagte Herthas Manager Dieter Hoeneß. Nach tagelangen Verhandlungen hatte sich Hoeneß gestern vor dem letzten Gespräch zuversichtlich gezeigt. Eine Gehaltserhöhung sollte laut Hoeneß keine Rolle spielen, Friedrich habe bereits einen guten Vertrag. „Hertha ist für mich eine Herzensangelegenheit geworden“, sagte Friedrich nach der Einigung. Er fühle sich im Klub wohl und übernehme gerne die Verantwortung, die Mannschaft zu führen.Der Rechtsverteidiger befindet sich – wie der ebenfalls 27-jährige Yildiray Bastürk, dessen Vertrag ausläuft – in einer entscheidenden Phase seiner Fußballerkarriere. In diesem Alter streben viele Profis einen Wechsel und einen lukrativen Vertrag an.

Eine Position wie in Berlin müsste Friedrich sich anderswo mühsam erarbeiten. Friedrich ist kein begnadeter Fußballer. Aber er gilt als Musterprofi und ist Kapitän des Teams. Der gebürtige Ostwestfale spielt seine fünfte Saison in Berlin. Auch in der Nationalmannschaft setzte er sich durch: Mit 1420 Länderspielminuten hatte er in diesem Jahr so viel Zeit wie kein anderer deutscher Spieler, um sich für andere Aufgaben zu empfehlen. Das Interesse anderer Klubs hielt sich dennoch in Grenzen. Seine Zukunft in der Nationalelf bleibt ungewiss. Friedrich spielte unter Jürgen Klinsmann wie im Verein auf der rechten Abwehrseite. Joachim Löw setzte dort auf Philipp Lahm oder Clemens Fritz. Friedrich spielte zuletzt innen, weil Christoph Metzelder und Per Mertesacker lange verletzt waren.

Er bliebe gerne in der Innenverteidigung, im Verein wie in der Nationalmannschaft. Die Position wird wohl auch Gegenstand der Verhandlung gewesen sein. „Mittelfristig kommt ein Wechsel infrage“, hatte Trainer Falko Götz zuletzt signalisiert. Am Samstag gegen Frankfurt darf der Mannschaftskapitän auf seine Wunschposition, weil Innenverteidiger Dick van Burik verletzt ausfällt. Möglich, dass der 33-jährige Niederländer im nächsten Jahr ins zweite Glied rutscht, und der Klub sich auf der rechten Abwehrseite verstärkt. Van Buriks Vertrag verlängert sich, wenn er 22 Pflichtspiele absolviert. Mit UI-Cup, Uefa-Cup, Liga und DFB-Pokal kommt er bereits auf 21 Einsätze.

Hertha hofft nun, dass das „Signal“ für kommende Verhandlungen, vor allem für jene mit Yildiray Bastürk, wirkt. Der Verein wartet seit langem auf die Gespräche, bis Januar soll Bastürk Zeit gegeben werden. Die Mannschaft hat sich indes an das Fehlen des Spielmachers gewöhnt. Der Türke absolvierte nur sechs Spiele in dieser Saison. Auch bei den letzten beiden Spielen des Jahres gegen Frankfurt und im DFB-Pokal in Osnabrück fehlt er wegen seines Muskelfaserisses.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben