Sport : Der Klassenunterschied

Der EHC Eisbären findet rechtzeitig zu seiner Form: 5:3 gegen schwache Duisburger

Claus Vetter

Berlin - Am Freitag endete das Spiel der Eisbären gegen Köln mit einem überraschenden Resultat, am Sonntag endete das Spiel der Berliner gegen Duisburg mit keiner Überraschung – und beide Male freuten sich die Eisbären. Nach dem 5:3 gegen die favorisierten Haie besiegten sie gestern im Sportforum Hohenschönhausen Außenseiter EV Duisburg 5:3 (3:1, 1:0, 1:2). Der Tabellenletzte der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) hatte sich nur in den Anfangsminuten als tückischer Gegner präsentiert. Letztlich kamen die Berliner ohne Mühe zu ihrem zweiten Erfolg am Wochenende, was immerhin nach einem kleinen Aufwärtstrend beim Deutschen Meister gegen Ende der Hauptrunde aussieht.

In 19 Sekunden kann im Eishockey viel passieren: ein schlechter Pass, ein Mitspieler, der den Puck vertändelt, ein Konter und ein Schuss durch die Schoner des Torwarts. Die unkonzentrierten Berliner Verteidiger Deron Quint und Andy Roach sowie Duisburgs Torschütze Daniel del Monte, der Eisbären-Torwart Youri Ziffzer überwand: Diese vier Herren waren die Hauptfiguren in der kurzen Anfangsepisode, die Duisburg die überraschende Führung bescherte.

Nun hätte das frühe Gegentor die Eisbären verunsichern können, immerhin hatten die Duisburger vor einer Woche Köln 3:0 geschlagen. Doch eine Überraschung gelang dem Außenseiter gestern nicht, weil die Berliner spielerisch um eine Klasse besser waren. Die Duisburger lieferten mit ihrer desolaten Vorstellung ein gutes Argument, den vor dieser Saison abgeschafften Abstieg in der DEL wieder einzuführen. Immerhin gelobte Trainer Dieter Hegen nach dem Spiel für die kommende Saison Besserung: „Dann werden wir uns anders präsentieren.“

Zwei Drittel lang spielten die Eisbären gestern recht ordentlich. Nachdem Patrick Jarrett nach neun Spielminuten das 1:1 geschossen und Kelly Fairchild drei Minuten später das 2:1 für die Eisbären erzielt hatte, spielten die Berliner zu gepflegt für den biederen Gegner. Ansehnlich war das 3:1 nach einer Einzelleistung von André Rankel, schon das elfte Saisontor des jungen Berliners. Sven Felski gelang gegen Mitte des Spiels das 4:1. Auch das zweite Duisburger Tor von Rudolf Huna im letzten Abschnitt änderte nichts an der Einseitigkeit des Geschehens. 4500 Zuschauer bekamen noch ein Schlagschusstor durch Steve Walker zum 5:2 zu sehen, und Duisburg durfte noch ein Tor durch Christian Hommel erzielen, weil es die Eisbären am Ende sehr lax angehen ließen.

Für die Berliner war es trotzdem ein wichtiger Sieg. Die Mannschaft habe in problematischen Situationen „Lösungen gefunden“ und „Enthusiasmus gezeigt“, fand Pierre Pagé, der Trainer der Eisbären. Auch wenn Pagé sich im Trainerlatein über „neun Punkte aus zwei Spielen“ freute – der Sieg gegen Köln zählte für ihn doppelt – so haben die Berliner am Wochenende doch sechs wichtige Punkte im Kampf um die direkte Qualifikation für die Play-offs in der DEL geholt. Zur Teilnahme an der Meisterrunde muss man in dieser Saison mindestens Sechster nach der Hauptrunde sein, während die Teams auf den Plätzen sieben bis zehn noch in eine Qualifikationsrunde müssen. „Eine unsinnige Regel“, findet Pagé. Nun hat der Trainer zumindest die Chance, der Play-off-Qualifikation aus dem Wege zu gehen. Die Eisbären sind allerdings erst Siebenter.

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