Sport : Der Klimaschützer

Giuseppe Reina kehrt nach seiner Verletzung in Herthas Team zurück – und mit ihm die gute Laune

Friedhard Teuffel

Berlin - Als Giuseppe Reina aus Dortmund nach Berlin wechselte, war der Winter besonders hart. Es war Anfang Februar, und Hertha BSC hatte gerade das erste Spiel der Rückrunde in der Fußball-Bundesliga 0:4 bei Werder Bremen verloren. Mit Reina wurde nicht alles anders, aber das Spiel der Berliner ein ganzes Stück besser. Der Stürmer erzielte gleich zwei Tore, und die Berliner gewannen allmählich den Glauben an die eigene Stärke zurück. Doch als der Frühling kam und Reina sieben Spiele bestritten hatte, konnte er auf einmal nicht mehr weitermachen. Im Training erlitt er einen Kreuzbandriss, er musste sich operieren lassen. Den schönsten Moment der Saison, das Erreichen des Klassenziels, hat Reina nicht auf dem Rasen miterleben können.

Die Sommerspiele hat Reina verpasst. Jetzt wird es wieder grau und kalt, und gerade jetzt kehrt Reina zurück in die Mannschaft. Gegen den FC Hansa Rostock wird der 32 Jahre alte Westfale an diesem Samstag (15.30 Uhr, Olympiastadion) wahrscheinlich eingewechselt. „Wir sind sehr froh darüber. Für eine halbe Stunde könnte seine Kraft schon reichen. In den letzten zehn Tagen habe ich im Training gesehen, was er drauf hat“, sagt Trainer Falko Götz.

Wenn Reina mitspielt, dann hilft er der Mannschaft schon als Klimaschützer. Er ist ein fröhlicher Mensch, nur selten lässt er sich einmal hängen. „Weil er so unkompliziert und mitreißend ist, kann er einer Mannschaft Schwung geben“, sagt Herthas Manager Dieter Hoeneß. Aber auch Reinas Fußballstil ist gefragt. Reina spielt schnell und dynamisch mit dem Ball am Fuß nach vorne. „Mit ihm haben wir eine Alternative auf der rechten Seite, auf die wir lange warten mussten“, sagt Trainer Götz. Dem Spielaufbau der Berliner kann das nur gut tun.

Auf seine Rückkehr hat er lange hingearbeitet. Vor einigen Wochen ist Reina noch einmal aufgehalten worden. Im Training zog er sich eine Zerrung in der Wade zu. „So etwas passiert, ich kenne solche Situationen.“

Schon einmal hatte Reina lange warten müssen, bis seine Arbeitsunfähigkeit beendet war. Als er in Dortmund unter Vertrag war, konnte er wegen einer Verletzung der Patellasehne ein Jahr nicht spielen. Das Geduldstraining ist ihm jetzt noch einmal zugute gekommen.

Zwei Wochen hat er nun mit der Mannschaft trainiert. „Ich würde mich freuen, wenn ich eine Halbzeit spielen darf“, sagt er. Ihn erwartet eine schwere Aufgabe. Die Rostocker haben rechtzeitig vor dem Spiel in Berlin den Trainer gewechselt, Jörg Berger soll Hansa vom Tabellenende wegführen. „Mir wäre es lieber gewesen, wenn der alte Trainer noch da gewesen wäre“, sagt Reina.

Von jetzt an sind seine Spiele wieder Bewerbungstermine um einen neuen Vertrag in Berlin. Am Ende der Saison läuft die Vereinbarung zwischen Reina und Hertha aus. Der Vertrag hätte sich automatisch verlängert, wenn Reina 25 Spiele bestritten hätte. Doch das hat sein Knie nicht zugelassen. Vor dem Spiel gegen Rostock hat Manager Hoeneß jedoch eine beruhigende Nachricht für Reina: „Es ist doch selbstverständlich, dass wir über einen neuen Vertrag reden, wenn er zu seiner alten Form zurückfindet.“

Das ist eine schöne Aussicht für Giuseppe Reina, er muss nun einfach nur noch das spielen, was er zuletzt verpasst hat: Sommerfußball.

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